Goodbye Solo

 USA 2008
Drama 91 min.
film.at poster

Zu Beginn von Ramin Bahranis jüngstem Film Goodbye Solo befinden wir uns im Taxi von Solo, einem senegalesischen Taxifahrer, der in Winston-Salem, North Carolina, lebt. Sein Fahrgast ist der 70-jährige William, der Solo beauftragt, ihn zwei Wochen danach für eine längere Fahrt erneut zu chauffieren, und zwar zu dem entlegenen Berggipfel Blowing Rock. Im Zuge der Verhandlungen wird Solo jedoch bald klar, dass William einen tragischen Plan für das Ende seines Ausflugs hat: Solo beschließt, sich mit William anzufreunden und ihn von seinem Entschluss abzubringen. Wer mit den bisherigen Arbeiten Bahranis, vor allem mit seinen viel gepriesenen Vorgängern Man Push Cart und Chop Shop, vertraut ist, weiß, dass uns Bahrani stets ohne große Umschweife in das Leben seiner Charaktere führt. Auch in Goodbye Solo konzentiert der amerikanisch-iranische Regisseur die Handlung auf einen spezifischen geografischen Raum, doch gleichzeitig bedeutet der Film einen künstlerischen und thematischen Reifungsprozess, der sich in der Offenheit und Unbefangenheit seiner Dialoge widerspiegelt. Tatsächlich ist es schwer zu glauben, dass Goodbye Solo einem Drehbuch folgt, denn Bahrani und sein Koautor Bahareh Azimi haben eine liebenswürdig nuancierte und doch zugleich komplexe Geschichte geschrieben, die den Darstellern große Freiräume ermöglicht. Red West in der Rolle des William genügen kleinste Gesten und Blicke, um die Absichten seiner Figur deutlich zu machen, und Souléymane Sy Savané als extrovertiertem Solo gelingt es nicht minder, Präsenz zu entwickeln. Mit Hilfe dieser außergewöhnlichen schauspielerischen Darbietungen erreicht Bahrani sein Endziel - indem er tief in das Leben seiner Charaktere eintaucht, zeigt er uns gleichzeitig auch uns selbst. Als die zwei Wochen um sind, muss Solo seinen alten neuen Freund dennoch zum Gipfel bringen. Und hier, am Blowing Rock, wo einem der Wind scharf ins Gesicht bläst, wird sich auch das Schicksal der beiden entscheiden. (Jane Schoettle)

(Text: Viennale 2008)

Details

Souléymane Sy Savané (Solo), Red West (William), Diana Franco Galindo (Alex), Carmen Leyva (Quiera), Lane «Roc» Williams (Roc), Mamadou Lam (Mamadou)
Ramin Bahrani
M. Lo
Michael Simmonds
Ramin Bahrani, Bahareh Azimi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Bahranis letzter Film vor "Goodbye Solo", nämlich "Chop Shop", läuft dieses Jahr ebenfalls bei der Viennale.

    Wer 2006 bei der Viennale "Man Push Cart" gesehen hat, wird wohl auf beide diesjährigen Filme mehr als nur einen Blick werfen - sie sind es gewiss wert.