Hedwig and the Angry Inch

 USA 2001
Independent 
film.at poster

Auf den Spuren von David Bowie, Iggy Pop und Lou Reed kommt Mitchell als Transvestit aus Ostdeutschland in die USA der 90er.

Ein Film, der die Rocky Horror Picture Show mit feuriger Musikalität in eine neue Ära überträgt und Rock'n'Roll wieder ernst nimmt, wie dies schon lange kein Musical mehr getan hat: Hedwig and the Angry Inch heißt die Adaption eines Off-Broadway-Superhits, in der Regisseur und Hauptdarsteller John Cameron Mitchell das Zeremoniell des Glam-Rock der 70er wunderbar persifliert und zugleich todernst nimmt. Auf den Spuren von David Bowie, Iggy Pop und Lou Reed kommt Mitchell als Transvestit aus Ostdeutschland in die USA der 90er, wo sich das blond auftoupierte Beinahe-Frankensteinmonster «Hedwig» sehr bald einer Art Vorläufer von Marilyn Manson fast geschlagen geben muss.Sweet Pain! So wie Deutschland lange Zeit zuerst Trennung und dann Wiedervereinigung zelebrierte, erzählt diese Low-Budget-Orgie von leidvollen Geschlechter-Spielen, in denen Mann und Frau sich ähnlich prekär zueinander verhalten wie Kommunismus und Kapitalismus bzw. Studio-Mainstream und der so genannte Underground. Was Todd Haynes mit seiner Glam-Rock-Studie Velvet Goldmine nur spurenweise gelang, erledigt Hedwig and the Angry Inch im Vorübergehen: Spielerische Vermittlung der Leiden und Schwerkräfte im Sekundengeschäft Pop. (Claus Philipp) Mein Vater war von 1984 bis 1988 amerikanischer Stadtkommandant von Berlin. Ich habe ihn oft in diesem riesigen Haus besucht. Mein Dad war Wächter über den westlichen Teil Berlins und er wachte natürlich als Vater auch über mein Leben. In Kreuzberg bin ich oft in Schwulen-Lokalen unterwegs gewesen. Dabei habe ich Leute getroffen, die meinen Vater sicher gerne mit faulen Eiern beworfen hätten. Das war eine sehr interessante Zeit. (John Cameron Mitchell)

Details

John Cameron Mitchell (Hedwig(/Hanseb| Andrea Martin (Phyllis Stein), Michael Pitt (Tommy Gnosis), Alberta Watson (Hansels Mutter), Stephen Trask (Skszp), Rob Campbell (Krzysztof)
John Cameron Mitchell
Stephen Trask
Frank G. DeMarco
John Cameron Mitchell nach seinem Musical
New Line International

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Endlich ... HEDWIG ist da und das zählt!
    HEDWIG AND THE ANGRY INCH ist ein Rockmusical mit einem gewaltig fühlbaren Rockspirit und erzählt die Geschichte von Hedwig, einem Transsexuellen, der sich vor Jahren, um mit dem Pass seiner Mutter aus der DDR flüchten zu können, in eine Frau umoperieren liess. Tja ... kurz danach ist dann allerdings die Berliner Mauer gefallen. ´THE ANGRY INCH´ ist nun das was an der Stelle wo einst Hedwigs Penis war davon übriggeblieben ist. JOHN CAMERON MITCHELL ist der Held hinter diesem Rockwunder. Er ist verantwortlich für Regie, Drehbuch und die Hauptrolle und hat sich dabei sicher nicht übernommen. Sein Film zelebriert das Durcheinander der Geschlechter mal spassig und mal zu recht auch mit Ernst und zurückhaltender Dramatik und ist dabei wesentlich direkter und klarer als etwa die kultige ROCKY HORROR PICTURE SHOW. Sobald Hedwig ihren Mund auf macht und mit ihrer heissen Stimme die grossen Texte herausschreit oder singt und damit ihre Meinung kundtut, ist es Zeit auch ein wenig darüber nachzudenken, aber nicht zuviel, denn sonst könnte man die Party versäumen. Es geht hier um Toleranz, Sex und das Akzeptieren der eigenen Person. HEDWIG AND THE ANGRY INCH ist der stolzeste Film des Jahres, mit dem stolzesten Soundtrack und den stolzesten Charakteren. Geil!