I'm Not There

 USA 2007
Musikfilm / Musical, Biografie 29.01.2008 ab 10 135 min.
7.00
I'm Not There

Todd Haynes Dylan-Film unterscheidet sich durch seine ungewöhnliche Herangehensweise an das Thema von landläufigen Biopics.

Musiker, Geschichtenerzähler, Lichtgestalt, Diva, Visionär: Bob Dylan ist all das in einer Person. In Todd Haynes' filmischer Annäherung I'm Not There übernehmen sechs Schauspieler - darunter Richard Gere, Heath Ledger, Christian Bale und Cate Blanchett - die Rolle des exzentrischen Stars und porträtieren ihn in den unterschiedlichen Phasen und Stationen seines bewegten Lebens. I'm Not There ist kein Biopic, denn Bob Dylan ist so nicht zu fassen. Haynes hat es gar nicht erst versucht. Er nähert sich auf andere Weise: Extro- und Introspektion, Nahaufnahme und Panoramablick in einem. Dabei geht Haynes konsequent seinen Weg weiter: Bereits in seinem frühen Kurzfilm Superstar hat er die «Karen Carpenter Story» mit Barbiepuppen erzählt, in Velvet Goldmine David Bowies Karriere auf den fiktiven Glamrock-Star Brian Slade übertragen. Nun lässt er in I'm Not There das klassische Erzählkino ganz fallen. Dylan ist immer der Inbegriff des Wandels. Wie eine Katze hat sein Dylan sieben Leben, auch sieben Namen, was das Verständnis noch mehr erschwert. Und wenn auch die Idee, eine Person auf mehrere Figuren diverser Rassen und Alter aufzuteilen, nicht ganz neu ist - Todd Solondz hat das vor drei Jahren mit seinem Spielfilm Palindromes vorgemacht -, bei einer realen, noch dazu einer so vielschichtigen Persönlichkeit steigert sich der Reiz um ein Vielfaches. I'm Not There ist überreich in seinen Anspielungen, ist auch nicht ohne Anstrengungen, aber gerade darin wieder hochinteressant. Kein Film. Eine Meditation. Ein Free-Style-Konzert. Auch: ein Drogentrip. Dem man sich aussetzen muss, aber dafür belohnt wird. (Peter Zander)

(Text: Viennale 2007)

Details

Christian Bale (Bob Dylan / Jack / John), Cate Blanchett (Bob Dylan / Jude), Heath Ledger (Bob Dylan / Robbie), Richard Gere (Bob Dylan / Billy), Julianne Moore (Alice), Ben Whishaw (Bob Dylan /Arthur), Marcus Carl Franklin (Bob Dylan / Woody)
Todd Haynes
Edward Lachman
Todd Haynes, Oren Moverman
Tobis
ab 10

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • zu verworren - Teil 1
    Nixon und Cate Blanchett, also der Film ist echt eigenartig, 134 Min. im Kino, Der Film hat viele Rätseln die ich nicht lösen konnte, meiner Meinung nach ist diese Biografie ein Schwachsinn. Vielleicht nicht Schwachsinn, aber oft unsinnig, vielleicht nicht unbedingt unsinnig, weil gute Musik von Bob Dylan vorkommt, aber sehr langweilig, oder zumindest ein bißchen, nicht weil der Film nur auf Gesprächen aufgebaut ist, sondern auf unnötigen Rätseln, vielen Szenen die einfach zusammengehängt wurden die irgendwas bedeuten das ich nicht kapier. Lange her dass dieser Film im Kino war. Im Sommerkino bei uns ist er mit Untertiteln zu sehen gut zu lesen, aber Deutsch wäre mir lieber.

    So gesehen hat der Film keine Handlung, ja gibt es, bei den ganzen Kunstfilmen. Und dieser Film hat 6 Abschnitte, jeder Abschnitt wird von einem anderen Schauspieler gespielt wieso weiß ich nicht, ich finde diese Idee ziemlich blöde. Ein Film ohne Handlung, ja was neues, so wie „Memento“, der Film wurde rückwärts gespielt, ja der Film war was neues, aber langweilig und unnötig, die was sagen dass der Film gut war, ja die verstehe ich nicht, aber der Film hier ist ganz was anderes, denn es werden eben verschiedene Episoden mit verschiedenen Darstellern erzählt. Und das finde ich nicht ganz so gut.

    Hier mal die Besetzung:

    Christian Bale: Bob Dylan / Jack Rollins / Pastor John
    Cate Blanchett: Bob Dylan / Jude Quinn
    Marcus Carl Franklin: Bob Dylan / Woody Guthrie
    Richard Gere: Bob Dylan / Billy the Kid
    Heath Ledger: Bob Dylan / Robbie
    Ben Whishaw: Bob Dylan / Arthur
    Charlotte Gainsbourg: Claire
    David Cross: Allen Ginsberg
    Bruce Greenwood: Keenan Jones
    Julianne Moore: Alice
    Michelle Williams: Coco Rivington

    Die Musik ist nicht übel vom Film .Der Film hat übrigens 41 Lieder von Bob Dylan und jeder Abschnitt ist mit den richtigen Liedern untersetzt, so dass man wirklich immer das Gefühl haben sollte, dass der Film gut ist. Dass er positive Vibrations weiterbringt. Cate Blanchett hat bei den Dreharbeiten unter der Hose Socken getragen was ja für Nylonstrumpfverwöhnte Frauen eine Seltenheit ist damit sie sich wie ein Mann fühlt. Tolle Aussage, so ist man also ein Mann, wenn man besockt ist. Eigentlich hätte Colin Farrell den Robbie Clarke spielen sollen, aber der hat dann ein anderes Projekt angenommen.

    Tja zum Film kann man noch erklärend sagen dass die Episoden ständig sich zwischen realen und oft geträumten bewegen, verbürgten Szenen sind oft hier, aber auch philosophische, die etwas abstrakten klingen und anzusehen sind, und irgendwie ist was so metaphysisch. Unter anderem wird gezeigt, wie Dylan im Jahr 1965 anfängt, die elektrische Gitarre Fender Stratocoaster zu benutzen (anhand der filmischen Figur Jude Quinn). Außerdem wird in Anlehnung an den Western „Pat Garrett jagt Billy the Kid“ Richard Gere als Billy the Kid gezeigt, was das für einen Sinn hat weiß ich nicht. Gere im Film spielt ja anfangs nur ein ruhiges Leben eben von Billy das Kind, und er will in einem kleinen Comeback seinen alten Widersacher Pat Garret ein letztes mal überlisten. Voll abstrakt und unspannend.

    Man kann lesen oder interessantes hören:

    Die Schauspielerin Cate Blanchett wurde 2007 für ihre Interpretation in dem Film von Bob Dylan mit der Coppa Volpi, dem Darstellerpreis der 64. Filmfestspiele von Venedig, preisgekrönt. Warum weiß ich nicht, Ihre Rolle war nicht lange, aber ich fand sie trotzdem gut. Sie setzte sich unter anderem gegen die mitfavorisierten Schauspielerinnen Kierston und Tang Wei (Gefahr und Begierde) durch. Die keine Sau kennt. Dann der Regisseur Todd Haynes, der hat auch was gewonnen, und zwar gemeinsam mit Abdellatif Kechiche den Silbernen Löwen als Größte Entdeckung des Festivals. Was mir wieder beweist, die Leute haben 0 Geschmack.

    nix Biopic - Teil 3
    Vielleicht noch interessant aber nicht so wichtig:

    Es sei hart gewesen, ein derart innovatives biopic zu realisieren, gesteht der Filmemacher. Nur einer habe nie Schwierigkeiten gemacht: Bob Dylans Erlaubnis, seine Biografie und Songs nach Gutdünken zu verwenden, lag Haynes schon vor Jahren vor. Der Grund für das ungeahnte Vertrauen liegt im Konzept. Während in traditionellen Filmbiografien Lebensläufe unzulässig vereinfacht werden, scheint Haynes jenen des Künstlers Dylan nur noch komplizieren zu wollen. Die radikale Filmform sei er seinem Helden schuldig gewesen, meint Haynes: Dylan sei jemand, „der die Dinge nie einfacher gemacht hat, als sie sind“.

    Ich glaube 65 von 100 reichen mir hier beim Film zu vergeben

    langweilig irgendwie - Teil 2
    Monate später wurde der Film bei Bekanntgabe der Nominierungen für die Independent Spirit Awards 2008 in den Kategorien Film, Regie und Nebendarsteller (Cate Blanchett und Marcus Carl Franklin) nominiert und gewann den erstmals ausgegebenen Robert Altman Award. Edward Lachman erhielt den Bronzenen Frosch beim polnischen Festival Camerimage. 2008 wurde Cate Blanchett mit dem Golden Globe Award in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" ausgezeichnet. Sie wurde ebenfalls für den Oscar in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" nominiert.

    Dieser Film ist übrigens der letzte gewesen den der verstorbene Heath Ledger noch bei seiner Aufführung erlebt at, der sicher eine Ikone wird wie James Dean oder River Phönix. Der Regisseur übrigens hat in seinem früheren Werk „Velvet Goldmine“ David Bowies Karriere auf den fiktiven Glamrock-Star Brian Slade übertragen. Der Film gefiel mir auch nicht.

    Was den Film für Cineasten erfolgreich macht, er hat verschiedene Charaktere, intelligente Dialoge, viele Leute spielen hier mit, alle Bob Dylan und wie gesagt, Bob ist so was wie ein Wunderkind, was der wirklich alles erlebt hat, ein Wahnsinn. Übrigens Dylan – ja was noch interessant ist, Little Richard wurde Prediger was ich schade finde der hatte so ne gute Stimme – ist 1941 geboren, er ist ein US-amerikanischer Folk- und Rockmusiker, Maler und Dichter. Bob Dylan singt, spielt Gitarre, Mundharmonika und Klavier und gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Er singt seit 1958 oder so, 1962 war sein 1. Album und hat im ganzen bis heute 40 Alben hinter sich.

    Übrigens vielleicht auch nicht uninteressant:

    Seine Songs sind von zahlreichen Musikern aufgenommen worden. Hierzu gehören Joan Baez, Eric Clapton, The Byrds, Rod Stewart, Van Morrison, Joe Cocker, Johnny Cash, Jimi Hendrix, Bryan Ferry, welcher im Jahre 2007 ein ausschließlich Lieder von Bob Dylan enthaltendes Album mit dem Titel Dylanesque herausbrachte, und sogar Elvis Presley. Zahlreiche Lieder Bob Dylans sind nicht durch ihn selbst, sondern durch die Aufnahmen anderer Musiker populär geworden, was auch an seiner wenig massenkompatiblen Stimme liegen mag. Dies sind z. B. It's All Over Now, Baby Blue in der Fassung von Them, Mr. Tambourine Man von den Byrds, Blowin' In The Wind von den Hollies, All Along the Watchtower in der Version von Jimi Hendrix, Mighty Quinn und Father Of Night in den Interpretationen von Manfred Mann und Knockin’ on Heaven’s Door von Guns N’ Roses.

    Wie gesagt ich kritisiere den Film nicht als Mist, er hat künstlerische Ansprüche die er erfüllt aber wie gesagt er ist zu verworren. Er deutet die Beziehung zu den Beatles an, er hat viel übernommen aus seinem Leben dass ja fast keiner kennt, er ist kein Biopic was mir lieber wäre, und dann habe ich meistens alles während des Filmes vergessen weil einfach zu viele Infos zu viele zu lange Dialoge, nette Bilder in Schwarz Weiß haben das wieder aufgebaut dass es echt aussehen soll, aber leider ist der Film nicht gut weiter gekommen und ja ich habe mich gefreut auf Cate Blanchett als Bob Dylan, die irgendwie wie eine Frau aussieht, unverkennbar aber ihn gut spielt, leider aber viel zu selten zu sehen ist.

    Der Film wirkt irgendwie intellektuell und ich glaube dass will er sein. Bob der als Protestsänger und Folksänger Furore gemacht hat ja leider gibt es zu wenige von Ihnen, ja das hätte man viel besser ausführen können, ich finde dass die Story recht nett ist, aber zu viel Geschwafel und zu viele Dialoge und alles zu verworren. Der Film ist wie einer von Luc Godard und Fellini, beide mag ich nicht. Selbstbewusst, Doppelbödig, Fake Dokus, und spitzzüngig, einige Klumpen die den Film beschreiben.

  • ungewöhnliches Biopic!
    Zuallererst: Die Realisierung des Directors einer Biographie von Bob Dylan entspricht nicht ganz dem wirklich realen Bob Dylan. Aber wohl eher Bob Dylan wie er im inneren ist bzw. sein wollte.
    Der Film ist typisches Arthouse-Kino. Also was spricht trotzdem dafür sich den Film verspätet noch zu gönnen? Erstens: Die Darsteller. Dylan in 5 Seelen und 5 Körpern. Jeder stellt ihn etwas anders da und die grandiose Besetzung (von Blanchet bis zu Wishaw) ist ihr Geld wert. Allem voran Cate Blanchet. Da fragt man sich warum der Oskar als beste Nebendarstellerin nicht an sie ging.
    Zweitens: Das Script. Das Drehbuch folgt dem Grundsatz: So abgedreht dass es schon wieder gut ist. Hier sind alle Facetten eines möglichen Bob Dylan enthalten: Der Wanderjunge der mal groß als Sänger rauskommen will, Der Raufbold der schon als Teenager die Fähigkeit hat sein Leben kritisch zu betrachten, Der Filmstar: der zusehnds Probleme mit seiner Ehefrau hat. Der aufstrebende Folksänger: der zum Glauben findet. Der abgedrehte Junkie: den keiner versteht (nicht mal Bob selbst) und der alte Cowboy der lieber allein sein will und den Wanderjungen in sich selbst wieder entdeckt. Was will man mehr?
    Ich für meinen Teil habe Dylans Folk nur selten gehört, aber das reicht auch schon um den Film zu mögen. Die Umsetzung des Themas ist einfach gut gelungen