Ich und Kaminski

 D/Belgien 2015
Literaturverfilmung, Tragikomödie 25.09.2015 124 min.
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7.30
Ich und Kaminski

Die Verfilmung des Kehlmann-Bestsellers, in dem ein gerissener Kulturjournalist ein Enthüllungsbuch über einen fast vergessenen berühmten Maler plant.

Deutschland kurz vor der Jahrtausendwende. Sebastian Zöllner (DANIEL BRÜHB| Kunstjournalist und Meister der Selbstüberschätzung, plant seinen großen Coup: ein Enthüllungsbuch über den legendären, aber fast vergessenen Maler Manuel Kaminski (JESPER CHRISTENSEN), Schüler von Matisse und Freund von Picasso, der einst als "blinder Maler" Berühmtheit erlangte. Der skrupellose und ehrgeizige Karrierist macht sich auf den Weg zu dem entlegenen Chalet hoch oben in den Alpen, wo der greise Künstler zurückgezogen und von Vertrauten abgeschirmt lebt. Er dringt in Kaminskis Haus, Leben und Vergangenheit ein und nimmt ihn kurzerhand mit auf eine halsbrecherische und irrwitzige Reise zu dessen tot geglaubter Jugendliebe. Unterwegs will er ihm mit List und Dreistigkeit seine Geheimnisse entlocken. Aber bald muss er feststellen, dass er dem Alten, ob blind oder nicht, in keiner Weise gewachsen ist.

Details

Daniel Brühl, Jesper Christensen, Amira Casar, Geraldine Chaplin, Denis Lavant, Bruno Cathomas
Wolfgang Becker
Jürgen Jürges
Thomas Wendrich, Wolfgang Becker nach Daniel Kehlmann, Thomas Wendrich
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Kritiken

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User Kritiken

  • Der blinde Maler
    ‘Der Esel nennt sich immer zuerst‘, hätte man früher gesagt. Der weltberühmte Maler ist ja wohl bedeutender als der kleine Kritiker Sebastian Zöllner (Daniel Brühl). Davon abgesehen ist es kein Film für Leute, die mit Kunst nichts am Hut haben. Für die andere kleine Zielgruppe ist der Film allerdings ein Hochgenuss. Eine ironische Betrachtung des Kunstbetriebes mit einem liebevollen Einblick in die intersoziale Komponente zwischen Künstler und seinem Werk und der Vermarktung von Kunst. Daneben ist es ein Roadmovie. Beide Männer machen sich auf, Kaminskis Modell und Jugendliebe Therese (Geraldine Chaplin) zu (be)suchen. Die fühlt sich offenbar recht wohl im Ensemble von so viel prominenten Kollegen (Hader, Kurt, Lavant u.a.), wirft aber gleichzeitig mit Alzheimer-Light einen nostalgischen Schatten auf das Geschehen im Sinne von ‘Es ist vorbei!‘
    Für Nicht-Kunstinteressierte gibt es noch die wunderschöne Landschaft der Berge und eine gerade endende Liebesgeschichte mit Elke (Jördis Triebel) und eine nur optional angedeutete mit Kaminskis mystischer Tochter (Amira Casar), die letztlich aber genauso widerspenstig ist wie ihr Vater.
    Interessant die Annäherung und die gleichzeitige Abstoßung des alten Malers (Jesper Christensen) und des jungen Zöllner. Beide brauchen einander. Die geniale Romanvorlage von Daniel Kehlmann, der so gekonnt mit der Wirklichkeit und ihrem Schein spielt, lässt Kaminski auch noch blind sein, obwohl man das nie so recht glauben kann. Das interessante an diesem Film ist das Intermezzo von finanziellem Erfolg und die gleichzeitige Ablehnung desselben. Da ist Witz drin, Egoismus stößt auf Eigensinn und findet oft eine humorvolle Lösung.
    Gekonnt die mehrmalige Überblendung von der Realität in ein Gemälde und umgekehrt. Der Abspann mit einem Schnelldurchlauf durch die abendländische Kunst, wobei Klassiker animationsmäßig in Bewegung gesetzt werden, ist ein eigenes kleines Kunstwerk für sich.