Il sol dell'avvenire (Red Sunrise)

 I 2008
Dokumentation 80 min.
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1969 in der Emilia-Romagna: Dreißig militante Kommunisten verlassen ihre Partei, die sie des Verrats an den Idealen der «Resistenza» bezichtigen. In Begleitung zahlreicher Anarchisten und Sozialisten gründen sie «L'Appartamento» - eine Gemeinschaft, in der revolutionäre Träume noch ihren Platz haben. In der Gruppe treten Alberto Franceschini, Tonino Loris Paroli, Prospero Gallinari, Roberto Ognibene und Lauro Azzolini hervor, die dann auch bei der Entstehung der «Roten Brigaden» beteiligt sind. 2007 in der Emilia-Romagna: Einige dieser Männer treffen sich im selben Restaurant wieder, in dem sie einst beschlossen, zu den Waffen zu greifen. Gemeinsam denken sie an die dramatischen Ereignisse zurück, die manche für Jahre ins Gefängnis brachten, und diskutieren ihre damalige Motivation und ihre Entscheidungen. Mit Il sol dell' avvenire hat es sich Gianfranco Pannone zum Ziel gesetzt, die ideologischen und politischen Wurzeln des linksextremen italienischen Terrorismus zu erforschen. Die «Roten Brigaden» wurden nicht in einem Vakuum geboren. Sie sind nicht das Produkt eines Labors, geschaffen von der Geheimdienst-Abteilung dieses oder jenes Landes, sondern das Produkt der kulturellen und politischen Tradition linker italienischer Politik. Ich wünsche, das ohne jede Zurückhaltung zu sagen und ohne zweideutig klingen zu wollen. Denn der größte Fehler von allen, für dessen Folgen wir bis zum heutigen Tag bezahlen, war es, dieses Problem zu ignorieren, zu vermeiden, die Verantwortung für unsere Taten zu übernehmen. Kurz: Wenn Menschen heute schießen, dann ist das teils wegen den Dingen, die in der Vergangenheit aus unserem Bewusstsein gestrichen wurden. (Alberto Franceschini, «Che cosa sono le BR»)

(Text: Viennale 2008)

Details

Gianfranco Pannone
Offlaga Disco Pax, Rudy Gnutti
Marco Carosi
Giovanni Fasanella, Gianfranco Pannone basierend auf dem Buch «Che cosa sono le BR» von Giovanni Fasanella und Alberto Franceschini

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