In ihren Augen

 Argentinien/E 2009

El Secreto de sus Ojos / The Secrets in Their Eyes

Drama, Romanze 23.12.2010 ab 16 129 min.
8.20
In ihren Augen

Regisseur Juan José Campanella verbindet geschickt einen packenden Thriller mit einer ebenso fesselnden Liebesgeschichte, die den Zuschauer von Anfang bis Ende in ihren Bann zieht. Diese Meisterschaft wurde u.a. mit dem Auslands-Oscar 2010 gewürdigt.

1974 wird in Argentinien eine junge Ehefrau ermordet und die Ermittlungsarbeiten der Polizei gestalten sich äußerst langwierig und mühsam, ohne - aus bestimmten Gründen - je zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen.

25 Jahre später beginnt der damals mit dem Fall betraute Justizbeamte seine Erinnerungen daran niederzuschreiben und ihn zugleich neu aufzurollen. Er hat auch ein sehr persönliches Interesse an der Affäre, da seine unglückliche Liebe zu einer vorgesetzten Richterin mit hineinspielt.

Regisseur Juan José Campagnella war von der Idee fasziniert, dass Entscheidungen, die wir vor 20 oder sogar 30 Jahren getroffen haben, noch immer unser Leben beeinflussen können. Daher ist sein Film für ihn gar nicht so sehr Thriller oder film noire, sondern eher die Charakterstudie eines einsamen Mannes. Und zugleich gelingt ihm scheinbar nebenher ein Gesellschaftsporträt Argentiniens, das ein viertel Jahrhundert umspannt. Es gibt Filmkritiken, in denen Argentinier begeistert den Detailreichtum und die Genauigkeit hervorgehoben haben, mit denen hier die Zeit der 70er Jahre zu neuem Leben erweckt wurde.

Wir als Österreicher werden diese Feinheiten sicherlich nicht alle würdigen können. Umso hilfreicher ist es daher, wenn wir uns kurz die Lage des Landes Mitte der 70er Jahre vergegenwärtigen. Es war eine sehr unruhige Zeit: Nach Peróns Tod im Sommer 1974 (seine zweite Amtszeit hatte nur wenige Monate gedauert) übernahm seine Witwe Isabel die Macht, diente aber lediglich als Marionette für rechtsgerichtete Peronisten. Vertreter der Opposition wurden brutal ausgeschaltet. Demgegenüber formierten sich Guerillatruppen, die ihre Ziele hauptsächlich mittels Entführungen durchzusetzen suchten. 1976 kam es zu einem Militärputsch unter Videla, was zu einer Militärdiktatur führte. Die kommenden Jahre werden auch als "Schmutziger Krieg" bezeichnet: es herrschte ein offener Staatsterror und Tausende Menschen verschwanden einfach spurlos. Erst 1983 kehrte das Land wieder zur Demokratie zurück. Ein Großteil der Filmhandlung ist also in einer instabilen und durchaus gefährlichen Epoche angesiedelt, was wir immer vor Augen behalten sollten. So werden auch bestimmte Machtstrukturen und Rivalitätskämpfe innerhalb des gezeigten Justizapparats verständlicher.

Der von der Kritik und der Presse hochgelobte argentinische Film wurde überall auf der Welt, wo er im Kino schon zu sehen war, ein Riesenerfolg und erhielt - neben ein paar Dutzend anderern internationalen Auszeichnungen - den Oscar 2010 als "Bester fremdsprachiger Film".

(fs)

Details

Ricardo Darìn, Soledad Villamil, Pablo Rago
Juan José Campanella
Federico Jusid, Emilio Kauderer
Félix Monti
Juan José Campanella, Eduardo Sacheri
Polyfilm
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Geheimnisvolle Augen-Blicke
    Einer der genialsten Filme der letzten Jahre. Die Handlung vollzieht sich auf vier Ebenen, die kunstvoll miteinander verbunden werden. Dabei bleibt die Spannung voll erhalten bis zum Ende. Das Großartige daran ist, dass das Verständnis dafür aus der Dramaturgie des Films stammt. Die erste Ebene ist der Roman, an dem der Exkommissar Esposito (Ricardo Darin) arbeitet. Er beschreibt darin den Fall Morales. Die zweite Ebene ist eine vor 25 Jahren begangene Vergewaltigung und Ermordung von Liliana Colotto (Carla Quevedo), in der Esposito damals ermittelte. Die dritte Ebene ist eine schier endlose Liebesgeschichte der verpassten Gelegenheiten über den ganzen Zeitraum zwischen Esposito und seiner Vorgesetzten, der Richterin Irene Hastings (Soledad Villamil). Das allein könnte schon einen guten Film ausmachen, aber Campanella hat noch einen draufgesetzt: ein Seitenhieb auf das korrupte politische Systems Argentiniens. Ein verurteilter und geständiger Mörder kommt frei und arbeitet fortan für die Staatsmacht.
    Bei den Ermittlungen, die Esposito erneut und der Ehemann Ricardo (Pablo Rago) weiterhin betreiben, spielen Fotos eine Rolle, auf denen Blicke wichtige Hinweise geben. (Titel!). Es gibt sogar komische Situationen und Sprachwitz, für die meistens Espositos Kollege, ein tragisches, versoffenes Genie Sandoval (Guillermo Francella) verantwortlich ist.
    Wichtig für die Auflösung sind zwei zuvor eingeführte Elemente: gibt es im Arbeitszimmer von Irene Hastings etwas Wichtiges zu besprechen, macht sie die Tür zu. Lilianas Ehemann Ricardo hält die Todesstrafe für sehr human. Falls er den Mörder seiner Frau fasst, soll der lebenslang von unendlicher Leere gefangen sein.
    So gibt es am Ende zwei faustdicke Überraschungen: einen Schocker, den liefert Ricardo und einen Schmunzler, den steuert Irene bei. Zuvor hatte noch Esposito auf einem Memozettel einen Buchstaben ergänzt: TEMO wird zu TEAMO.
    Ein Geniestreich. Oscar!! Und Goya!!!

  • sehr ruhig - 1
    Wenn ich einen Kinofilm aussuche, wähle ich ihn so aus, wie die Kritiken sind, aber nicht dass ist mein Hauptgrund sondern dass er neu ist, dass dann gute Schauspieler mit spielen, dass die Geschichte gut ist, dass eine schöne Frau mitspielt wo ich mich ablenken kann wenn ich mit meiner Schnecke im Kino sitzt, sonst gewährt mir die Kuh ja nicht fremd zu gehen, dann ob der Film 2 Stunden dauert was er ja hier ist, vielleicht noch dass er independent ist, da ich nicht immer Mainstream Filme gucke, nur zu 99 %, dass er nette Leute hat, in Deutsch ist, in 3 D nicht ist, das ist wichtig, außer es lässt sich nicht vermeiden und es ist eine Fortsetzung wie bei „Tron“ da drücke ich ein Auge zu, und dass das Kino nicht zu weit weg ist dass man im Kino essen kann oder fummeln und dass der Film nicht zu spät im Kino ist, außer wenn das alles nicht zutrifft, bei Mainstream da drücke ich eben ein Auge zu.

    Wenn ich lese dass der Film 2010 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film sowie den Goya Filmpreis als Bester ausländischer Film gewann, denke ich mir, den muss ich sehen, und da ich eine Liebe zu Argentinien habe, da ich mir zum 4. x die komplette Serie von „MARCO“ – die Kinderserie – am Anixe TV angucke, bei der jeder eigentlich weinen muss, wie der Junge seine MAMA sucht, der aus Genua kommt, ja da möchte ich eben mehr von Argentinien sehen.

    Der Film ist echt anspruchsvoll, uff, und kompliziert, Sex kommt so gut wie gar nicht vor, und zerstückelte Alte Jungfrauen mit 17 Jahren auch nicht, dafür gibt es einen BENJAMIN ESPOSITO, wo ich mir dauernd denke, ist es der oder der? Ist wie in japanischen Filmen, da kennt sich auch keiner aus, die Namen vergisst man oft, ja und sich das zu merken bei 3 – 5 Namen ist irre schwer, Also der BENJI Typ ist ein Gerichtsbeamter, so einer den man normal nicht leiden kann. Der will am Anfang vom Film einen Roman schreiben, war so um 1999. Also ich weiß jetzt nicht ob die Story wahr ist, Also es geht um Vergewaltigung, dann eine Frau wird ermordet, und bei der Szene als der Mörder, ja, egal, muss man sich im Kino ansehen.

    LILIANA COLOTTO wird ja im Juni 1974 ermordet. Der ESPOSITO, Also der Gerichtstyp, hat ja 1974, Also 25 Jahre vor dem Filmbeginn, Also der Typ schreibt ja das Buch von seinen Erlebnissen, und es geht um 1974, Also der ESPO Typ hat damals mit seiner Chefin IRENE MENÉNDEZ HASTINGS den Fall untersucht. Die sieht echt gut aus, für ne Argentinierin, und beide checken den Mordfall.

    Da ist dann noch so ein RICARDO MORALES aufgetaucht, dessen Frau ermordet wurde, 2 Leute vom Bau wurden angeklagt und ich denke mir he das ist ja wie Jakob der Ripper, Also Jack halt, von dem man auch nie weiß, wer es nun ist. Ach ja, die 2 Bauarbeiter wurden von den Bullen verprügelt und so kriegt man immer ein Geständnis raus, und spätestens hier wusste ich, der Film ist gut aber irgendwie ist er für mich persönlich etwas langweilig. Nicht dass ich keine anspruchsvollen Filme mag, nein wirklich nicht ich Liebe Anspruchsvolle Filme wie „Scary Movie“ aber irgendwie hat bei dem Film die Handlung nicht so spannend gewirkt auch wenn er gut gemacht wurde und super Dialoge hatte und meine Freundin gefesselt hat, was sonst ich immer mache.

    Also ESPOSITO, 1974 haben wir glaubt die 2 Bauarbeiter sind nicht schuldig schon Mal ein guter Anfang und hier gehört eigentlich MICHAEL Douglas her, ich hoffe es gibt ein Remake, so was ist immer gut, und ESPO spielt Sherlock Holmes und sucht den wahren Mörder.

    Nun diese Szenen hätte etwas effizienter sein können, nicht so realistisch, eher mit Action und Spannung durchgesetzt. Das wäre gut. Da entdeckt er ein Foto in einem Album da ist so ein Typ, der sieht am Foto geradewegs auf LILIANA, he eine Spur. Dass ist der ISIDORO GOMEZ ESPOSITO.

    Mal was anderes - 3
    Den Film haben in Argentinien 3 Millionen Leute gesehen und er ist der größte Kinoerfolg seit 1983. Übrigens es ist der 2. Film aus Argentinien der einen Preis gewinnt obwohl er aus Argentinien stammt, Also einen Preis für den Besten ausländischen Film meine ich, und dass war damals 1984 der Film „La Historia Oficial“ der sich damals um einen High School Professor handelt mit seiner Haushälterin und einigen Problemen. Übrigens ist es der 1. Blu Ray Film der hier erhältlich ist der aus Argentinien stammt. Was an dem Film gut ist was ich so fand sind Szenen die sich irgendwie einem einprägen, Leute mit Problemen, große Mengen von Menschen, irgendwie ist die Kamera da wo man sie nicht vermutet und zeigt Szenen die man so nicht kennt aber sie sind nicht übertrieben sondern sie berühren dich etwas, ungefähr so wie „Dass weiße Band“ der ein Film war den ich eher langweilig fand.

    Irgendwie ist mir der Film zu melancholisch oft und er ist mir zu ernst, Action und Spaß fehlen, die Musik ist mir egal, die Namen habe ich mir nicht gemerkt, die Story ist gut gemacht, die Auflösung erst am Ende und die Darsteller glaubhaft Eines weiß ich, niemals straffällig werden in Südamerika, es könnte dich deine Gesundheit kosten.

    Das Drehbuch ist nach dem Roman von Eduardo Sacheri und ist irgendwie so gedreht dass man im Film schon sich konzentrieren muss, Also nix für Hau Darauf Typen. Übrigens vom Regisseur des Filmes stammen auch einige „Law & Order“ Folgen. Er ist gut gemacht und er hat einen Sinn aber ich fand ihn zu ruhig. Also Subjektiv ist es ein 90 Punkte Film, für mich eher ein 80 % Film.

    anspruchsvoll - 2
    ESPOSITO Sherlock checkt mit Kollegen den ganzen Sachverhalt, Sein Freund PABLO SANDOVAL ist immer dabei, und da natürlich hat er eine Idee, he wir gehen einfach in die Wohnung der Mutter von ISIDORO, wieso nicht und suchen Briefe. Briefe leider über Fußball, Briefe die er mit genommen hat, na da ist es klar dass sich die Mutter sicher bei der Polizei rührt, wenn sie sieht dass da die Briefe weg sind.

    Erinnert mich irgendwie an eine gute Zeit, man konnte spionieren ohne Ärger zu bekommen, tja die gute Alte Zeit. Jedenfalls die Briefe sind egal, es geht um Fußball. Dann kommt es zu einer Gerichtsverhandlung mit GOMEZ, die Richterin heißt HASTINGS zu einem Fast Freispruch in kurzer Zeit. Doch da passiert was, GOMEZ verratet sich und landet lebenslang hinter Gitter, er hat die Frau doch ermordet. Doch bald ist er frei, wie es halt so ist, die blöde Alte Zeit. Und dann fängt es an, die Politik interessiert sich genauso für den Fall, wurde hier geschlampt? Das kann doch nicht sein in dem stolzen Land und ich erinnere mich an gute Gerichtsfilme, die ich so mag, allerdings ist hier etwas zu wenig Spannung hier, ich stehe eher auf so Gerichtsfilme wie „Das Urteil“ mit Gene Hackman der war super.

    Und jetzt das Beste, GOMEZ ist frei, arbeitet auf einmal für den Argentinischen Sicherheitsdienst oder so, die ihn als Spitzel verwenden, wieso weiß ich nicht, da habe ich Glaube ich nicht aufgepasst, und ESPOSITO und HASTINGS die dass erfahren drehen fast durch, ein Mörder als Spitzel? Das ist ja wie beim CIA.

    Na das heißt Rache und GOMEZ taucht bei ESPOSITO und HASTINGS auf. Kurz darauf erscheinen einige Killer in der Wohnung von ESPOSITO und da gerade sein Freund SANDOVAL da ist, der sich für ESPOSITO ausgibt und einen Schock hat, wird er erschossen. ESPOSITO der das erfährt flüchtet und HASTINGS trennt sich von ihm.

    1999 wieder, ESPOSITO, schreibt schon lange, sucht dann den Bankfreund MORALES auf. Der erzählt ihm dass er GOMEZ beobachtet hat, und hat ihn sogar ermordet. Wie dass bloß. Und jetzt kommt es, der MORALES hat irgendwas dass er nicht sagt, und irgendwie kommt jetzt Verschwörung in die Story, ja jetzt wird der Film gut und noch Mal spannend was er eh ist aber 2 Stunden lange dass zu halten ist eben schwer.

    Die Idee vom Film ist gut, 1974 war ESPOSITO ein Macho, ein Dampfplauderer und später ein wohlüberlegter Mann, hier sieht man wie er sich geändert hat, leider sind des 25 Jahre Sprünge und da fehlen so viele Storys und so viele Fragen die nicht beantwortet wurden, die für den Film und die Handlung unerheblich sind für mich aber interessant sind.

    Was der Film gut darstellt ist, wenn du Mal was machst kannst du es nicht ändern, und das stimmt nicht immer, teilweise nur, und hier im Film setzt der Film nicht unbedingt auf solche richtigen oder unrichtigen Aussagen oder auf Dinge die wahr sind oder unwahr, sondern er lässt den Zuseher eher die Zeit sich Gedanken zu machen und ein bisschen Charakterhintergründe und Geschichtenhintergründe der Darsteller zu sehen die recht gut gelungen sind, Also die Idee die dahinter steht meine ich.

  • Grandioser Film!
    In meinen Augen ist "In ihren Augen" ein filmisches Meisterwerk, das die Abgründe der menschlichen Seele samt ihrer Palette an existierenden Gefühlen (vorwiegend Trauer, Verzweiflung, aber auch Liebe und Hoffnung) hoch durchdacht abbildet. Beeindruckend, wie die Geschichte von Anfang bis Ende aufgebaut ist, gespickt mit spannenden Details, sehr guten SchauspielerInnen und menschlich-nahbaren Szenen, die sehr berühren. Dennoch muss der Zuseher einiges an Brutalität und Gewalt über sich ergehen lassen, wobei zwischendurch auch mal gelacht werden darf. Man geht "voll" (im Sinne von "gesättigt"), aber bereichert aus dem Kino hinaus und braucht danach ein bissl Zeit, um zu verdauen, das ganze setzen zu lassen. Hab schon lange keinen so guten Film gesehen!!

  • Empfehlenswert!
    Ich habe gestern den Film in Zürich gesehen und kann ihn nur wärmstens empfehlen - toller Film, sehr vielschichtig, verflechtet, tief- und feinsinnig und sehr gut gespielt! Höchstes Niveau!