Independencia

 Philippinen/F/D/NL 2009
Drama, Independent 77 min.
6.80
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Vor drei Jahren erzählte Raya Martin in A Short Film About the Indio National die Geschichte seiner philippinischen Heimat aus der Sicht eines einfachen Mannes, inszeniert als eine Reihe tragikomischer Sequenzen vor dem Hintergrund der Revolution gegen den spanischen Kolonialismus. Nun setzt er in seinem jüngsten Film Independencia - als zweiter Teil einer geplanten Trilogie - diese besondere Form der Aufarbeitung philippinischer Geschichte fort: Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit erkannten die USA die junge Republik nicht an und schickten ab 1899 Truppen auf den Inselstaat. Während des folgenden Philippinisch-Amerikanischen Krieges siedelt Raya Martin nun auch Independencia an: Eine Mutter flieht mit ihrem Sohn in die Berge und hofft dadurch dem Krieg entkommen zu können. Eines Tages entdeckt der Sohn mitten im Wald eine verwundete Frau und entscheidet sich dafür, sie mit nach Hause zu bringen. Die Jahre gehen vorüber, und die junge Familie mit Kind lebt, fern vom Kriegschauplatz, in völliger Abgeschiedenheit. Doch die Ruhe ist trügerisch, denn nicht nur die amerikanischen Soldaten rücken immer näher. Griff Martin bei Indio National noch auf Schwarzweiß und Mittel des Stummfilms zurück, siedelt er Independencia komplett in einer künstlichen Studiowelt an: Vom wunderschönen tropischen Regenschauer bis zu den perfekt überschminkten Gesichtern der Darsteller ist Independencia nicht nur Hommage, sondern auch feinsinnige Kritik am Kino der Invasoren.

(Text: Viennale 2009)

Details

Tetchie Agbayani (Mutter), Sid Lucero (Sohn), Alessandra de Rossi (Frau), Mika Aguilos (Kind)
Raya Martin
Lutgardo Labad
Jeanne Lapoirie
Ramon Sarmiento, Raya Martin

Kritiken

Kinoprogramm

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