I am Love

 I 2009

Io sono l'amore

Drama 11.02.2011 120 min.
7.00
I am Love

Eine grandiose Tilda Swinton versucht als moderne Lady Chatterley der Enge des großbürgerlichen Industriellenmilieus in Mailand zu entkommen.

Die erstarrten Konventionen der Mailänder Großbourgeoisie, in die sie einst eingeheiratet hat, und die zur Routine verkommene Ehe drohen die gebürtige Russin Emma zu ersticken. Geblieben ist ihre Leidenschaft für die Kochkunst, und als ihr Sohn der Familie den jungen Koch Antonio vorstellt, mit dem er ein Restaurant eröffnen will, bleibt es bald nicht bei kulinarischen Fachsimpeleien zwischen Emma und Antonio - mit ungeahnten Konsequenzen.
Die grandiose Tilda Swinton, die als moderne Lady Chatterley der Enge des großbürgerlichen Industriellenmilieus zu entkommen versucht, brilliert in einem ebenso eleganten wie sinnlichen Film über die Liebe, das Essen und Tradition.

Details

Tilda Swinton, Flavio Parenti, Edoardo Gabbriellini, Alba Rohrwacher u.a.
Luca Guadagnino
John Adams
Yorick Le Saux
Luca Guadagnino
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Kritiken

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User Kritiken

  • Liebe geht durch den Magen
    Eine einfache, banale Geschichte wird so erzählt, dass alles auf einen finalen Höhepunkt hinausläuft. Anfangs gibt es viel Leerlauf im wahrsten Sinne des Wortes. Die Mitglieder der Industriellenfamilie Recchi laufen oft und schnell durch die Gänge ihres Palastes, viel Palaver kaschiert die Einsamkeit und innere Leere der Figuren. Langsam kristallisiert sich ein Pärchen heraus: die reife Emma (Tilda Swinton), Mutter von drei erwachsenen Kindern, verliebt sich in den viel jüngeren Antonio (Edoardo Gabbriellini), den Freund ihres Sohnes Edoardo (Flavio Parenti). Er ist Koch und weckt mit seinen Gerichten Emmas russische Vergangenheit und Lüste.
    Durch geschickte Schnitte eilen die Gedanken mit ihren Wünschen der Realität voraus. Emmas welker Körper erlebt einen zweiten Frühling und gebärdet sich recht wild. Edoardos Unfalltod bringt alles ans Tageslicht.
    Emma outet sich ihrem Ehemann gegenüber ‘Ich liebe Antonio!‘ Antwort ‘Du existierst nicht!‘.
    Jetzt dreht der Film erst richtig auf, erwacht wie aus einem Dornröschenschlaf.
    Die Handlung gerät in einen wilden Bilderstrudel ohne viele Worte. Die Kamera umkreist alle Recchis und lässt sie einzeln, stumm die Zuschauer anblicken, wobei sich Entsetzen, Freude und Fassungslosigkeit in ihren Gesichtern wiederspiegeln. Nur unterbrochen von Emmas Kofferpacken. Am Ende ist sie einfach weg. Dieser schwindelerregende Dreh ist mit einem Soundtrack unterlegt, in dem die Geigen nerv tötend gleichförmig zuckende Töne produzieren, die an akustische Folter grenzen. Es spiegelt aber gleichzeitig die Seelenpein aller Beteiligten und geht dauerhaft durch Mark und Bein. Es ist der krasse Gegensatz zum lauen, dahinplätschernden Anfang und ergibt so doch noch einen eindrucksvollen Film.