"Jack Reacher: Kein Weg zurück": Tom Cruise im Schongang

Paramount Pictures

Jack Reacher ist eine Art Jason Bourne für Militaristen: der ehemalige Militärpolizist (Ex-Major, wie er nicht müde wird, zu betonen), reist als einsamer Wolf durchs Land - und zwar meist mit ausgestrecktem Daumen als Autostopper. Sobald irgendwo Unrecht geschieht, ist er zur Stelle und fackelt nicht lange herum, denn dieser Mann versteht zuzupacken: wenn er etwas möchte, klopft er nicht etwa höflich ans Autofenster, sondern schlägt es mit bloßer Faust ein und krallt sich sein Opfer bei den Haaren.

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Ein uncharismatischer Gegner

An den Haaren herbeigezogen ist auch die Handlung dieses zweiten Reacher-Films: die Guten werden das Opfer finsterer Machenschaften einer paramilitärischen Gruppe von Waffenschiebern (und weil die ihr Handwerk verstehen, schieben sie auch Reacher gleich ein paar Morde in die Schuhe). Dabei folgt die eintönige Geschichte dem immer gleichen Muster: der Hauptfiesling - ein extrem uncharismatischer Söldner-Typ - erscheint natürlich immer dort, wo sich Reacher, in Gesellschaft von zwei ebenfalls gejagten Frauen, gerade aufhält und hat ein paar austauschbare Killer im Schlepptau, denen man dringend anraten sollte, den Friseur zu wechseln, weil sie andernfalls sofort identifizierbar sind.

Sparsame Action

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Imersten Teil bekamen wir wenigstens Werner Herzog in der Rolle eines bösen Russen zu sehen. Auf eine ähnliche Attraktion müssen wir diesmal leider verzichten. Außerdem zählt der Film einfach nicht zu den Großproduktionen, an denen Cruise normalerweise mitwirkt. Während die unglaubwürdige Story eines „Mission Impossible“-Abenteuers durch rasch wechselnde attraktive Schauplätze und spektakuläre Stunts wieder wettgemacht wird, reicht das Budget bei „Jack Reacher“ gerade mal für New Orleans als exotische Kulisse und an Action gibt es die Standardausführung : viele Schusswechsel, noch mehr Prügeleien und zum Finale turnt Reacher über ein paar Balkone kurz eine Hauswand hoch, was den stets risikobereiten Cruise ja wohl eher unterfordern musste.

Diese in sich abgeschlossene Fortsetzung ist somit ein Pflichttermin für alle fleißigen Cruise-FilmesammlerInnen, kann aber ansonsten ruhig für einen künftigen Fernsehabend aufgesparte werden, an dem man gerade nichts Besseres zu tun hat.

5 von 10 handzerschmetterten Sicherheitsscheiben.

franco schedl

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Jack Reacher: Kein Weg zurück

Jack Reacher: Kein Weg zurück

USA 2016

Jack Reacher: Never Go Back

Krimi, Abenteuer, Action
10.11.2016
Edward Zwick
Unter Mordverdacht geraten, muss der ehemalige Militärpolizist sein Unschuld beweisen und deckt zugleich schmutzige Geschäfte auf, in die auch die höchsten Ränge verwickelt sind.
6.40

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