Jane Austens Verführung

 GB 1995

Persuasion

Romanze, Literaturverfilmung 103 min.
7.70
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Eine junge Frau setzt sich über den Standesdünkel ihrer Familie hinweg und heiratet schließlich doch noch den Seefahrer, den sie einst der Konventionen wegen verschmähte

Somerset 1814: Nach dem Tod ihrer Mutter hat die zurückhaltende Anne Elliot (Amanda Root) einen schweren Stand gegen ihren Vater und die beiden Schwestern. Sir Walter Elliot (Corin Redgrave) verkörpert auf groteske Weise Standesdünkel und Verantwortungslosigkeit. Der eitle Kleinadelige hat sich und seine Familie durch eine verschwenderische Lebensart an den Rand des Ruins gebracht, muss das Anwesen Kellynch Hall vermieten und reist nun in Begleitung seiner ältesten Tochter Elisabeth (Phoebe Nicholls) in den Küstenort Bath, um ein neues Leben zu beginnen.

Über den Mieter von Kellynch Hall, einensich zur Ruhe setzenden Admiral, wird Anne an ihre frühere Liebe zu Frederick Wentworth (Ciaran Hinds) erinnert. Den jungen, damals mittellosen Marineoffizier hatte sie vor acht Jahren verschmäht, weil sie dem Standesdenken ihrer Verwandten mehr Wert beimaß als ihren eigenen Gefühlen. Bald trifft Anne Captain Wentworth wieder, der im Napoleonkrieg zu Ruhm, Ehre und Geld gelangt ist. Wentworth erkennt Anne kaum wieder und interessiert sich zunächst viel mehr für die jüngerenSchwestern des Nachbars.

Lange bleibt Wentworths Haltung gegenüber Anne im Dunkeln: Ist sein kühles Verhalten reiner Selbstschutz, oder sinnt er sogar auf Rache für die frühere Zurückweisung?

Details

Amanda Root, Ciaran Hinds, Susan Fleetwood, Corin Redgrave, Fiona Shaw, John Woodvine, u.a.
Roger Michell
Nick Dear, nach Jane Austens Roman "Persuasion"

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ablehnung und Zustimmung
    Es ist nicht die glamouröse, oscarprämierte Verfilmung, aber sie ist grundsolide gemacht, handwerklich passabel und schauspielerisch überzeugend. Natürlich ist inzwischen die Verfasserin der Vorlage weitgehend bekannt. Man weiß, man muss sich auf lange Dialoge einstellen und darf keine von Stunts durchsetzte Action erwarten. Aber so war das Leben anfangs des 19. Jahrhunderts nun mal. Die Ehe galt als das einzige und erstrebenswerteste Ziel aller weiblichen Wesen. Und da ist kein Platz für Komik oder Klamauk. Man sollte hier von Beginn an sein Augenmerk hauptsächlich auf die beiden zu Verbandelnden richten (Amanda Root und Ciaran Hinds). Anders als sonst bei Austen werden sie nicht gelenkt und verkuppelt, sondern gehen selbst auf einander zu. In aller Stille, aber beharrlich. Hier wird niemand ’verführt’, sondern ’überredet’ (so der Originaltitel!). Ein ausgezeichnetes Beispiel für den Bildungsauftrag des Films.