Japón

 MEX/E/NL/D 2002
Drama, Independent 127 min.
6.80
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Ein zum Selbstmord entschlossener Mann zieht sich zum Sterben in die mexikanische Einöde zurück - und lernt dort durch die Begegnung mit einer alten Frau, das Leben lieben.

Japón handelt von einem völlig frustrierten Mann aus der Großstadt, der sich in einen entlegenen Canyon zurückzieht, um sich umzubringen. Er findet Quartier bei Ascen, einer über 70 Jahre alten Frau. Entgegen seinen Absichten beginnt sein Interesse an den Dingen, die ihn umgeben, wieder zu erwachen, und auch seine Sexualität wird neu entfacht. Er bittet die alte Frau, mit ihm zu schlafen. In ihrer Güte und ihrem Bestreben, dem verzweifelten Mann zu helfen, willigt sie ein. Das Unternehmen schlägt zwar fehl, aber allmählich begreift der Mann, dass es die Menschlichkeit dieser einzigartigen alten Frau ist, die es ihm ermöglichen könnte, ins Leben zurückzukehren. Reygadas drehte mit Laienschauspielern, Freunden und den Campesinos, die ein Dorf am Boden des Canyons bewohnen und sich manchmal vor laufender Kamera darüber austauschen, dass die Kamera läuft. Das Budget war gering, das Format Cinemascope, und die Kamera gefällt sich darin, aus langsamen Bewegungen, Schwenks, 360-Grad-Drehungen und Luftaufnahmen einen eigenen Raum entstehen zu lassen. Japón vertraut auf seine Bilder und auf seine Tonspur und macht dabei alles richtig. Spricht man mit Carlos Reygadas, merkt man, dass er sich wohlfühlt in seiner Rolle als Wunderkind. Er ist überzeugt von seinen ästhetischen Konzepten, von der Reduktion auf das Visuelle, von der Absage ans Erzähl- und Illusionskino. «Meine Produktionsfirma heißt NoDream Cinema, weil ich DreamWorks hasse!» (Cristina Nord) "Die männliche Figur hat keinen Namen, aber viele Eigenschaften, die wir alle haben, vor allem Selbstsucht. Der Mann ist so abstrakt wie die Idee, die ihn leitet: seinen Selbstmord vorzubereiten. Die Frauenfigur hingegen hat einen schönen Namen, Ascen, und auch sie hat etwas, was wir alle haben, vor allem Großzügigkeit. Sie ist so konkret wie die Kakteen, die Berge und die Bauern um sie herum. Ascen und der Mann sind Antagonisten, aber nicht so, dass sie verschiedene Archetypen repräsentieren. Ich denke, wir können uns mit beiden gleichzeitig identifizieren." (Carlos Reygadas)

Details

Alejandro Ferretis (der Mann), Magdalena Flores (Ascen), Yolanda Villa (Sabina), Martín Serrano (Juan Luis), Rolando Hernández (der Richter), Bernabé Pérez (der Sänger), Carlos Reygadas Barguín (der Jäger), Fernando Benítez (Fernando)
Carlos Reygadas
Arvo Pärt, Dimitrij Schostakowitsch, Johann Sebastian Bach
Diego Martínez Vignatti
Carlos Reygadas
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