Jardins en automne (Autumn Gardens)

 F/I/RUS 2006
Komödie 115 min.
film.at poster

Vincent ist ein mächtiger Minister mit riesengroßem Büro, einem Stab von Angestellten, Sekretären und Beamten, einer Limousine und nicht zuletzt einer schönen Frau. Für sie, Odile, gibt Vincent auch jeden Tag reichlich Geld aus. Doch eines Tages wird er von politischen Gegnern, die er jahrelang missachtet hat und die nun den Aufstand proben, gezwungen, von seinem Regierungsposten zurückzutreten. Für Vincent ist das ein Schlag ins Gesicht, denn mit dem Verlust seines Amtes sind auch alle damit verbundenen Annehmlichkeiten dahin: Mit einem Mal findet er sich in jenem kleinen Apartment wieder, in dem er als Kind aufgewachsen ist. Doch nach einer Schrecksekunde nimmt Vincent sein neues Leben in die Hand und besinnt sich der Annehmlichkeiten des Lebens: Mit seinen Freunden entdeckt er die Freude am Trinken, an der Musik und an der Schönheit öffentlicher Parkanlagen, in denen sich gut die Zeit vertreiben lässt. Mit einem Wort: Vincent entdeckt spät, aber gerade noch rechtzeitig die Freude am Leben. Der neueste Film von Otar Iosseliani, dem großen georgischen Geschichtenerzähler, Trinker, Abenteurer und Filmemacher im französischen Exil, ist auf seltsame Weise der Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit entgangen. Dabei ist Jardins en automne ein filmisches Kleinod, ein reines Vergnügen, eine verschwenderische, unernste, verspielte Arbeit über alles und nichts. Iosseliani inszeniert wie üblich mit großer Gelassenheit, und nicht nur der Name seines Helden, Vincent, erinnert an Lundi matin, in dem Freundschaft und Rotwein bereits eine große Rolle spielten. Jardins en automne handelt von Politik, Macht, dem Leben, der Sonne, Tieren, Autos und eine herzzerreißende alte Dame. Und diese zittrige Großmutter wird von keinem geringeren gespielt als von Michel Piccoli.

(Text: Viennale 2006)

Details

Séverin Blanchet, Jacynthe Jacquet, Otar Iosseliani, Lily Lavina, Denis Lambert, Michel Piccoli, Pascal Vincent
Otar Iosseliani
Nicolas Zourabichvili
William Lubtchansky
Otar Iosseliani

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • {{{ SELECTION }}}
    Wenn ein Filmemacher als "Fabulierer, Trinker und Abenteurer" tituliert wird, macht das schon erst einmal neugierig. Wenn ich dann noch lese, dass Michel Piccoli im Film eine alte Dame verkörpert, dann wird schnell klar, dass es sich um einen Pflichtfilm handeln muss. Es scheint auch, als wäre dieses Werk von Regisseur Josseliani schlicht und einfach dem Vergessen anheimgefallen - zumindest in einigen Köpfen können wir das verhindern!