Jeder siebte Mensch

 A/LUX/China 2006
Dokumentation 16.11.2007 ab 0 74 min.
6.10
film.at poster

Ein Leben zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft: Einblicke in das Leben in China abseits der urbanen und industriellen Zentren.

Jeder siebte Mensch auf der Welt ist eine chinesische Bäuerin oder ein chinesischer Bauer. In eineinhalb Millionen Dörfern in China leben heute etwa 800 Millionen Menschen, das ist weit mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung des "Reichs der Mitte". Jahrtausende lang haben die Bauern und Bäuerinnen die chinesische Kulturlandschaft geprägt. Sie waren es, die die Geburt des kommunistischen China 1949 und Maos Revolution entscheidend mitgetragen haben - und die in der großen Hungersnot Ende der 50er Jahre einen hohen Preis für die Revolution bezahlten. Heute befindet sich das Huko-System, das allen chinesischen Bauernfamilien ein Stück Land und damit ihre Ernährung sichern, gleichzeitig aber auch der Landflucht einen Riegel vorschieben sollte, im Umbruch. Die Ackerflächen werden immer kleiner, und mittlerweile ziehen zwischen 150 und 200 Millionen ehemalige Bauern und Bäuerinnen auf der Suche nach Gelegenheitsarbeiten von Stadt zu Stadt. Wie sieht die Zukunft der chinesischen Dörfer aus? Welche Visionen und Hoffnungen haben ihre Bewohner? Warum werden gerade die Dörfer zu Testfeldern für eine Demokratie in China? Ina Ivanceanu und Elke Groen haben zwischen 2002 und 2005 in drei verschiedenen Dörfern und Provinzen Chinas recherchiert, gefilmt und Interviews mit den Bewohnern geführt, welche die Situation und Entwicklungen in China abseits der urbanen und industriellen Zentren sichtbar und erfassbar machen. Im Rahmen der Dreharbeiten entstanden auch Filmaufnahmen, welche die Dorfbewohner selbst gestaltet haben und in denen es um ihren Alltag und ihre Träume geht. Diese Filme sind Bestandteil von Jeder siebte Mensch und wurden während der Dreharbeiten in den Dörfern selbst gezeigt. Ein Film über den "Bauernstaat" China heute: zwischen Industrialisierung und Subsistenzwirtschaft, zwischen Turbokapitalismus und sozialis- tischen Strukturen, zwischen Selbst- und Fremdbestimmung.

(Text: Viennale 2006)

Details

Elke Groen, Ina Ivanceanu
Elke Groen, Alexander Binder
Elke Groen, Ina Ivanceanu
Poool Filmverleih
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Kritiken

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User Kritiken

  • China punktuell
    Vorne weg: wir erfahren keine Zusammenhänge, sondern sind ganz auf die Erzählungen der gezeigten Personen angewiesen. Statistisches Material zur Orientierung kommt nur sehr spärlich. Das lässt die ZuseherInnen doch einigermaßen ratlos zurück. So entsteht nicht das Gefühl, einer dokumentarischen Aufarbeitung beigewohnt zu haben.
    Mitnehmen können wir nur Eindrücke aus dem Leben der Landbevölkerung. Verstreut, isoliert und höchst subjektiv.