Verbotene Spiele

 F 1952

Jeux Interdits

Drama 86 min.
7.90
film.at poster

René Clement entdeckt Georges Poujouly, seinen Hauptdarsteller, in einem Ferienlager für sozial benachteiligte Kinder. Im Film bewältigen die fünf Jahre alte Waise Paulette und der elfjährige Michel den Krieg 1940 auf ihre Weise: Sie errichten einen Friedhof für tote Tiere. Weil Paulette auf Grabkreuzen besteht, wird Michel sogar zum Kirchendieb. Im Nachruf auf Poujouly liest man, durch seine Leistung im Film genieße »man das Vorrecht, die süßen Träume und die bittere Qual der Kindheit wieder zu entdecken.« (gk)

Details

Georges Poujouly, Brigitte Fossey, Amédée, Laurence Badie
René Clement
Narciso Yepes
Robert Juillard
Jean Aurenche

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nebenkriegsschauplatz
    Wir sind im 2. Weltkrieg. Fliegerangriff auf einen Flüchtlingstreck. Die Eltern der kleinen Paulette (herzergreifend Brigitte Fossey) kommen um, eine Bauernfamilie nimmt sie vorübergehend auf. Zusammen mit Michel (Georges Poujouly) versuchen beide Kinder spielerisch das Kriegsgeschehen zu verarbeiten. Sie legen heimlich einen Friedhof an‘, damit die Toten sich nicht langweilen‘. Dazu klauen sie von überall her Kreuze. Statt der Namen schreiben sie ‘Maulwurf‘ oder ‘Feldmaus‘ drauf.
    Der wirkliche Krieg bleibt in weiter Ferne, stattdessen bekämpfen sich zwei verfeindete Bauernfamilien wegen an sich alberner Vorwürfe. Sie entweihen den Friedhof durch ihre Prügelei. Da sind sogar spaßige Szenen dabei. Eine lange Tradition in Frankreich und auch anderswo, die ländliche Bevölkerung etwas schlicht darzustellen.
    Die Kinder lernen Beten, (beim ‘Vater Unser‘ sagt Michel ‘Gib uns lieber Brot‘), sie lernen das Kreuzzeichen machen, die Bedeutung des Wortes ‘ Amen‘ und Michel geht zur Beichte.
    Die Unbefangenheit der Kinder, wie sie mit dem Tod umgehen ohne zu dramatisieren, wie es oft die Erwachsenen tun, ist beeindruckend. Das heißt nicht, dass sie nicht traurig sind oder sich fürchten. Das schon, aber es ist gradliniger und ehrlicher.
    Wenn der Bauer Dollè Michel verprügelt, weint Paulette und die Steine weinen mit ihr. Und als jemand beim Roten Kreuz den Namen ‘Michel‘ sagt, wiederholt ihn Paulette immer wieder: suchend, tieftraurig, herzzerreißend bis das Wörtchen FIN über die Leinwand flimmert. Zuvor hatte Michel noch einen Deal mit seinem Vater versucht: Kreuze gegen Paulette, doch Bauer Dollé hält sein Wort nicht. So müssen auch die Kinder im Krieg Opfer bringen.
    Die emotionale Schiene wird durch den Ohrwurm ‘Romance Anonimo‘ unterstrichen. Es ist die Version, die Meister Narciso Yepes auf der Zehnsaitigen spielt.