La France

 F 2007
Drama, Romanze, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 102 min.
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Herbst, 1917. Der Erste Weltkrieg und seine verlustreichen Frontstellungen zermürben Frankreich. Die junge Camille wartet daheim auf ihren Mann, der seinen Dienst an der Front versieht. Doch eines Tages erhält sie die Nachricht, dass er ihre Beziehung beendet. Völlig aufgelöst und entschlossen, nichts unversucht zu lassen, beschließt sie, sich als Mann zu verkleiden und sich auf die Suche nach ihm zu machen. Sie bricht Richtung Front auf, bis sie in einem Wald auf eine Gruppe Soldaten stößt. Camille schließt sich ihnen an, ohne dass die Männer ihre wahre Identität bemerken. La France entstand aus dem Wunsch, Kriegsfilm und Liebesgeschichte miteinander zu verknüpfen. Aber nicht jene Art von Kriegsfilm, bei der wir uns von Anfang bis Ende an der Front befinden. Nein, vielmehr ein Kriegsfilm im Stil von Walsh oder Fuller, wo wir den mobilen Einheiten auf deren Weg zu einem unbekannten Ziel folgen. Jene Filme, in denen Krieg nicht eine Vorbedingung ist, sondern einen Horizont darstellt, den Horizont einer Reise durch die Natur. Kein starres Dekor, sondern eine Destination - und eine Erinnerung. Denn diese Soldaten sind keine Greenhorns, die auf ihre Feuertaufe warten, sondern Soldaten, die in den Kampf zurückkehren. (Serge Bozon) Dieser Film ist so bemerkenswert, dass man den Krieg bloß als Vorwand betrachten könnte. Doch in der Tat geht es sehr wohl um Krieg, nur nicht auf die Art, wie das gewöhnlich der Fall ist. Und doch nimmt er eine unbestreitbare Präsenz ein - durch die versteckte Intensivierung von Gewalt, die komplett unerwartet ist und vor allem durch die langen Lieder gebrochen wird, die etwas ganz Natürliches an sich haben. Eine Soldateneinheit singt immer im Krieg, aber nicht so - nicht mit dieser Musik, nicht mit Liedern und Worten wie diesen. Gerade diese Musik macht La France so faszinierend, zergliedert die Erzählung und verleiht ihr zusätzliche Kraft. (Jean Douchet)

(Text: Viennale 2007)

Details

Sylvie Testud (Camille), Pascal Greggory (Lieutenant), Guillaume Verdier (Kadett), François Negret (Jacques), Laurent Talon (Antoine), Pierre Leon (Alfred), Benjamin Esdraffo (Pierre), Didier Brice (Jean), Laurent Lacotte (Frédéric)
Serge Bozon
Medhi Zannad, Benjamin Esdraffo
Céline Bozon
Axelle Ropert

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