Lagerfeld Confidentiel

 F 2007
Dokumentation 87 min.
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Grauer Pferdeschwanz, weißer Kragen und Sonnenbrille: Keine Frage, das ist Karl Lagerfeld, der sein Image stets minutiös konserviert. Der deutsche Modemacher empfängt Regisseur Rodolphe Marconi in seiner mit Büchern, Zeitschriften und Kleiderstangen vollgestopften Pariser Wohnung. Aus Mangel an Entscheidungsfreude wird kurzerhand ein Großteil des enormen Ringvorrats eingepackt - man weiß ja nie, was einen erwartet. Hier beginnt die Entdeckungsreise in die Welt des eitlen Einzelgängers und Vorzeigedesigners Chanels, der in Lagerfeld Confidentiel das erste Mal so richtig hinter die Kulissen blicken lässt. Im Privatjet erzählt Lagerfeld, dass er ohne Kissen auf dem Bauch nicht einschlafen kann, im Interview von der kühlen Art seiner Mutter, von sexuellen Übergriffen in seiner Kindheit und dass er seine Homosexualität, schon seit er 13 ist, äußerst aktiv auslebt. Marconi begleitet Lagerfeld zu Modeschauen, zum Abendessen mit Prinzessin Caroline von Monaco und zu Fotoshootings von knackigen Jungs und Chanel-Gesicht Nicole Kidman, bei denen Lagerfeld selbst den Auslöser bedient. Und nicht einmal da nimmt Lagerfeld die Sonnenbrille ab - lediglich um Zeitung zu lesen oder in einer schnellen Minute mit Tipp-Ex und Filzstiften ein neues Kleid zu entwerfen.

Lagerfeld ist ein Profi der Selbstinszenierung, Image ist alles, und er weiß ganz genau, was er will. Er ist der Mann der Ideen, das Handwerk überlässt er anderen, aber den Ruhm dafür streicht er gerne ein. Obwohl man immer alles noch besser machen kann: beim nächsten Mal, der nächsten Kollektion. Der selbstkritische Workaholic gefällt sich sichtlich auf dem roten Teppich im Blitzlichtgewitter der Kameras und gibt sich dann zeitweise doch überraschend zugänglich, etwa wenn er das abgenutzte Kissen herzeigt, das er mit zehn von seinem Kindermädchen geschenkt bekam und immer noch verwendet, wenn wieder mal der Bauch auf Reisen zwickt. Marconi beschränkt sich auf die Aussagen Lagerfelds, lässt diese kommentarlos stehen und somit das Publikum selbst entscheiden, ob der Kaiser nun in der 'Good-' oder 'Bad-people'-Schublade landen soll. (Mirjam Bromundt)

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Rodolphe Marconi
Rodolphe Marconi
Rodolphe Marconi, Karl Lagerfeld

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