Lampedusa

 I/F 2002

Respiro

Drama 11.04.2003 90 min.
7.00
Lampedusa

Die junge Grazia will sich den Spielregeln der isolierten (Männer-)Gemeinschaft eines Fischerdorfes auf der kleinen sizilianischen Insel Lampedusa nicht fügen, was zu dramatischen Entwickluingen führt.

Sie heißt Grazia (Valeria Golino) und ist wie das Meer: abgründig, voller Höhen und Tiefen, einmal sanft, ein Wärmestrom der Zärtlichkeit, dann wieder aggressiv, stürmisch wild. In jedem Fall zu unberechenbar, zu kompliziert für die Bewohner von Lampedusa, einer Insel im Süden Siziliens, wo man sich eben so durchs Leben schlägt. Die Männer fahren zur See, die Frauen arbeiten in der Fischfabrik. Droben auf den Klippen erproben sich die Jungen in Revierkämpfen oder bei der Vogeljagd. Und abends geht es dann, fein geschniegelt und gebügelt, in die Via Roma zum Flanieren, zum alten Spiel zwischen ragazzi und ragazze. Eigentlich wäre alles in Ordnung...

...wäre da nicht diese Grazia, Mutter eines pubertierenden Mädchens und von zwei aufmüpfigen Buben. Der Dorfgemeinschaft sind die sinnliche Unbefangenheit der jungen Frau und ihre wechselhaften Launen ein ständiger, irritierender Dorn im Auge. Die meisten halten Grazia schlicht und einfach für verrückt. Pietro (Vincenzo Amato), ihr Ehemann, fühlt sich mehr und mehr unter Druck gesetzt, bis er schließlich einverstanden ist, seine Frau zu einer Behandlung nach Mailand zu schicken. Aber Grazia läuft davon. Und Pasquale (Francesco Casisa), ihr 13jähriger Sohn, wird - allein gegen alle - Mittel und Wege finden, seine über alles geliebte Mutter zu beschützen...

Details

Valeria Golino, Vincenzo Amato, Francesco Casisa, Veronica D´Agostino, Filippo Pucillo
Emanuele Crialese
John Surman
Fabio Zamarion
Emanuele Crialese
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Kritiken

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User Kritiken

  • Luft zum atmen
    Langezeit schwankt der Film zwischen Lausbubengeschichten in Süditalien und einer etwas sonderbaren Mutter Grazia, die den Ehemann ratlos macht und die Dorfgemeinschaft verunsichert. Wunderschöne, helle Bilder zeigen humorvolle oder auch typisch sexistische Szenen vom Landleben in einer kleinen Gemeinde. Je länger aber Grazia in den Mittelpunkt rückt, desto öfter sehen wir die bildgewordenen Wünsche und Sehnsüchte einer Frau, die auf der Suche ist. Sie will aus dem Alltag ausbrechen, weg von Mann und Familie. Stellenweise wirkt sie wie eine Frau auf dem Selbsterfahrungstrip, mit Hang zum Ungewöhnlichen, dem Außerordentlichen, das den übrigen Dörflern nie in den Sinn kommen würde. Und dann wird uns ein Schluss angeboten, der sich von allem bisher gesehenen deutlich absetzt. Crialese-mäßig eben! So wunderschön, dass man die angesprochene Problematik dabei völlig vergisst und nur noch einen tiefen Atemzug rauslässt ’Respiro’(Originaltitel).