Last Days

 USA 2005
Drama 03.02.2006 97 min.
5.80
film.at poster

Gus Van Sant hat für seinen Film die fünf letzten Lebenstage des Nirvana-Musikers Kurt Cobains nachgestellt, oder besser: Er hat sie ausfantasiert.

Im April 1994 erschoss sich der Lyriker und Musiker Kurt Cobain in seinem Haus in der Nähe von Seattle mit einer Schrotflinte. Mit seiner Band Nirvana war er vier Jahre lang die Sensation der amerikanischen Popmusik gewesen; sein Tod machte ihn zum Mythos. Gus Van Sant hat für seinen Film Cobains fünf letzte Lebenstage nachgestellt, oder besser: Er hat sie ausfantasiert. Zu Beginn sieht man einen Mann in verdreckten Kleidern durch die Wildnis laufen. Er stolpert über feuchte Steine, badet in Wasserfällen, redet wirres Zeug. Blake, so heißt der Mann, ist aus einer Drogenklinik ausgebrochen. In dem klotzigen grauen Haus, das er schließlich erreicht, gibt es keinen Unterschied zwischen Welt und Wahn. Während ringsum alle über ihn reden, wird Blake immer stiller. Zuletzt schlurft er mit einem Gewehr in der Hand in seinen Geräteschuppen. Er kehrt nie zurück.
Der Kunstgriff, den Van Sant anwendet, besteht darin, dass er die Zeit in Stücke hackt. Das hat schon in Elephant funktioniert, und hier funktioniert es noch besser: Der Film zeigt keine Folge von Ereignissen, sondern verschiedene Ansichten derselben Sache, die einander überlagern und ergänzen wie Stimmen in einem Musikstück. Dadurch bekommt das Bild eine zusätzliche tragische Dimension. Es drängt zur Katastrophe hin wie die Musik, die in Last Days gespielt wird und die fast nur von Trauer und Todessehnsucht erzählt. Beides, der Selbstmord und die Stimmung jener Tage, die ihm voraus gingen, durchdringt sich in diesem Film wie das Aufwachen mit den Momenten eines düsteren Traums. Manchmal ist es in Last Days, als hörte man durch Cobain/Blake hindurch die Melodie einer ganzen Generation. (Michael Althen)

(Text: Viennale 2005)

Details

Michael Pitt (Blake), Lukas Haas (Luke), Asia Argento (Asia), Scott Green (Scott), Nicole Vicius (Nicole), Ryan Orion (Donovan)
Gus Van Sant
Rodrigo Lopresti
Harris Savides
Gus Van Sant

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

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User Kritiken

  • Sehr schräg!
    Die Meinungen über diesen Film klaffen weit auseinander!
    Meiner Meinung nach kann ich mir gut vorstellen, dass die letzten tag von Cobain so ausgesehen haben könnten. Cobain war den Drogen verfallen, ein Exzess jagte in seinen letzten Wochen den anderen.
    In diesem Film war Cobain von der ersten bis zur letzten MInute im Drogenrausch, die Stimmung, seine Lage, seine Depressionen, all das wurde in diesem Film hervorragend rübergebracht.
    Cobain hat seine Welt verlassen, hat in einer anderen Welt gelebt, voll mit Drogen und Musik! Man sieht, was Erfolg und zugleich der Druck, der auf Cobain lastete, aus diesem Menschen gemacht hat.

    Man sollte nicht ins Kino mit den Erwartungen gehen, einen Film vollgepackt mit Humor und Musik zu sehen. Dieser Film fantasiert eben über die letzten Tage eines der größten Genies, die die Rockmusik jemals gesehen hat. Aber leider ist eben auch der Wahnsinn nicht weit weg!

  • Was für ein Mist.
    Einer der miesesten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe. Viel Handlung hab ich nicht erwartet. Aber das es eine reines Zusammenphantasieren von drogengeschwängerten Szenen ist einfach nur banal, naiv und lächerlich. Ich habe nichts gegen lange Einstellung, solange sie gut eingesetzt sind. Hier aber sind sie das tragende Element. Die Zeitsprünge bringen kaum einen leichten Lichtmoment in ein sonst zähes, langweiliges Irgendwas. Wir sehen Kurt von Anfang bis Ende im Drogenrausch, bis er halt tot ist. Warum, interessiert eh keinen. Selbst Drogen nehmen ist eine weitaus interessantere Erfahrung und ehrlich gesagt wirkt der Film alles in allem so, als hätte man vorher ausreichen konsumiert haben sollen. Sorry, aber ich hab besseres mit meiner Zeit vor.

    Re:Was für ein Mist.
    Ach ja, der echte Kurt Kobain hätte den Film ziemlich sicher auch für ziemlichen Mist gehalten.

  • Wir lieben Kurt Cobain
    Wir sind eine kleine Wienerband die liebendgerne diesen Film sehen würde.

    Wenn irgendjemand 2 Karten hat die er bemitleidenswerter Weise nicht nutzen kann, dann würden wir uns wirklich sehr freuen wenn man uns die Reservierungsnummer schicken könnte.

    1deutig2deutig@gmx.net