Le Passé - Das Vergangene

 F 2013
Drama 31.01.2014 130 min.
7.90
Le Passé - Das Vergangene

Auf Bitten seiner französischen Noch‐Ehefrau Marie kehrt Ahmad vier Jahre nach der Trennung der beiden aus Teheran zurück nach Paris, um die Scheidung abzuschließen.

Ahmad (Ali Mosaffa) und Marie (Bérénice Bejo) haben sich vor vier Jahren getrennt und nun reist Ahmad von Teheran nach Paris, um den Scheidungstermin wahrzunehmen. Seine Noch-Ehefrau lebt inzwischen mit Samir (Tahar Rahim) zusammen, dem eine Wäscherei gehört. In Maries und Samirs Haushalt leben auch die jeweiligen Kinder der Partner, die 16-jährige Lucie (Pauline Burlet), deren kleine Schwester Léa (Jeanne Jestin) und Samirs fünf Jahre alter Sohn Fouad (Elyes Aguis). Besonders der Junge leidet unter dem Verlust seiner Mutter. Darüber hinaus liegt seine Oma (Valeria Cavalli), Samirs Mutter, nach einem Selbstmordversuch im Koma. Die Verhältnisse sind allesamt schwierig, aber Marie macht besonders Lucies Verhalten zu schaffen. Sie gibt vor, Samir, den künftigen Ehemann ihrer Mutter, nicht zu mögen und deshalb so selten daheim zu sein. Marie vermutet jedoch, dass mehr dahintersteckt und bittet ihren baldigen Ex-Mann Ahmad herauszufinden, worin die Gründe für Lucies Verhalten wirklich liegen.

Details

Bérénice Bejo, Tahar Rahim, Ali Mosaffa, Pauline Burlet
Asghar Farhadi
Evgueni Galperine
Mahmoud Kalari
Asghar Farhadi
Thimfilm

Kritiken

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User Kritiken

  • Die Vergangenheit lebt
    Die Vergangenheit lebt und zieht ihre Kreise bis in die Gegenwart. Das verdeutlicht Regisseur Asghar Farhadi in seinem Dialog-Film. Marie (Bérénice Bejo) steht zwischen ihrem Ex Ahmad (Ali Mossafa), dessen Nachfolger Samir (Tahar Rahim) und drei Kindern.
    Scheibchenweise fließen wichtige Informationen ein, die das Zusammentreffen problematisieren und immer explosiver werden lassen: Samirs Frau liegt nach Suizid im Koma, mehrere Personen hätten ein Motiv, sie dazu getrieben zu haben, die Kinder lehnen Samir ab, sind bockig oder wollen am liebsten abhauen. Es geht hoch her im Haus von Marie. Ganz nebenbei wird sie auch noch von Ahmad offiziell geschieden.
    Aber manches wird doppelt erzählt und bei der Suche nach einem Schuldigen kann man schon mal den Überblick verlieren. Vielleicht hat der häufige Wechsel dieses Aspektes ja Methode. Trotz des relativ freundlichen Umgangs aller miteinander – außer Marie – werden oder wurden doch alle irgendwie schuldig, müssen versuchen über ihren Schatten zu springen – auch die Kinder. Und wie ein levantinischer Geschichtenerzähler unterhält uns Farhadi mit einer durchaus aktuellen Konstellation. Die Dialoge sind geistreich und werden von den Darstellern überzeugend rübergebracht. Das zentrale Dreieck lebt von der Explosivität Maries, der bedächtigen Ruhe von Ahmad und des trotz seiner schwierigen Position sympathischen Samir, der eigentlich zwischen allen Stühlen sitzt. Vielleicht deshalb gehört ihm die letzte Geste am Bett seiner Frau…
    Das ist intelligentes Kino, anstrengend und herausfordernd, aber auch ‘Food For Thought‘.