Le Chant de Millénaire

 F/Tunesien 2002
Dokumentation 80 min.
film.at poster

Zarzis, in der Nähe von Djerba gelegen, ist ein Touristenparadies mit gepflegten Hotelanlagen, Swimmingpools, Palmen und einem großzügigen Sandstrand, ein Ort, der Ruhe, Erholung und Entspannung. Aber die Welt der Gäste und Urlauber ist die eine, die der einheimischen Bevölkerung eine andere. Mohamed Zran widmet dieser Welt einen zweiten Blick, er fragt nach und beobachtet, zeigt den Alltag, die Träume und Illusionen jener Menschen, die in diesem Land nicht 14 Tage, sondern ihr ganzes Leben verbringen. Er gibt ihren Menschen Raum und schenkt ihren Vorstellungen Aufmerksamkeit und setzt sie in Beziehung zur harten Realität Tunesiens. Allerorts in den ländlichen Gegenden Tunesiens trifft man auf Menschen, die mit einer veränderten Wirtschaftslage zurechtkommen müssen. Fischer stehen um ihre Boote herum, gekauft mit den Einnahmen von Überfischung. Doch die Gewässer geben nun bereits weniger als einen Eimer ab; ein Badehaus inmitten der Felder wird mit Solarenergie betrieben; Weberinnen sprechen darüber, ihre Waren im Internet zu verkaufen, während eine Jugendliche widerwillig ihr Studium abbricht, weil sich ihre Familie nicht leisten kann, drei Kinder in die Schule zu schicken. Über ihre Millenniumsträume befragt, antwortet ein Jugendlicher dass er etwas erfinden möchte, das nie zuvor gesehen wurde, ein anderer wünscht sich das Ende aller Kriege, ein dritter möchte eine Schildkröte sein. Mohamed Zrans stilles, nachdenkliches Porträt seines Heimatlandes Tunesien führte ihn von der mit Touristen überlaufenen Hafenstadt Zarzis bis hinein ins Landesinnere, fern abseits des Trubels und den schönen Fassaden für Besucher aus Europa. Menschen analysieren ihre alltägliche Situation mit Präzision und Ehrlichkeit und widerlegen westliche Vorstellungen über emporstrebende Nationen und arabische Kulturen. Mit gut dosierten Schritten von einem Gesprächspartner zum nächsten ist The Song of the Millennium kaum schockierend, aber durchwegs engagiert.

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Mohamed Zran
Nabil Saïdi

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