Leolo

 F/CND 1992

Léolo

Tragikomödie 107 min.
film.at poster

Regisseur Jean-Claude Lauzon schuf eine autobiografische Phantasie, in der er sich mit skurriler Übertreibung und schwarzem Humor an seine Kindheit erinnert.

Der 14jährige Leolo wächst in einem Armenviertel im kanadischen Montreal auf. Der dicke Vater, die liebevoll übermächtige und ausladende Mutter, die einfältigen Schwestern, der ängstliche Bruder Fernand, der Bodybuilder werden will, der cholerische Großvater - sie alle geben ihm Geborgenheit, engen ihn aber zugleich ein. Und dann gibt es noch das italienische Nachbarmädchen Bianca, das Leolo aus der Ferne anbetet.

Um der erdrückenden Nähe zu entkommen, träumt und schreibt sich Leolo in eine Phantasiewelt, er erfindet eine neue Familie, ein neues Leben, wohin ihm die Wirklichkeit nicht folgen kann.

Details

Maxime Collin, Ginette Reno, Julien Guiomar u.a.
Jean-Claude Lauzon

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Eine schräge Familie
    Ein Film aus der nur spärlich gefüllten Kiste, die mit ’Dramödie’ beschildert ist. Der Ich-Erzähler aus dem Off begleitet die Handlung mal erläuternd, mal kindlich naiv, dann wieder belustigend derb bis hin zu lyrischen Passagen.
    Alle Mitglieder von Léolos Familie ticken jenseits des grünen Bereichs und gleich zu Anfang ist sein Zeugungsvorgang einmalig, nicht nur in der Kinogeschichte. Skurrile Situationen, wie der Versuch den Großvater zu ermorden, den er liebt, wechseln sich mit geträumten Szenen ab, weit weg nach Italien oder zu seiner geliebten Bianca, wenn er durch eine lichtdurchflutete, halboffene Tür blickt.
    Und immer wieder hämmert er uns den Satz ein “Weil ich träume, bin ich nicht verrückt.“ Während seiner Pubertät erlebt Léolo “Sex zwischen Ignoranz und Horror.“ Dabei geht es nicht zimperlich zu: es wird geschnüffelt und um Sodomie gewettet bis an die ekelerregende Igitt-Schmerzgrenze. Eine vielseitige musikalische Begleitung von Mönchsgesängen über Tom Waits bis hin zu den Rolling Stones erhöht das Seherlebnis. Ein kanadischer Film, der die Grenzen des europäischen Kinos nicht nur sprengt, sondern über sie hinausgeht und Neuland betritt.

  • Eine schräge Familie
    Ein Film aus der nur spärlich gefüllten Kiste, die mit ’Dramödie’ beschildert ist. Der Ich-Erzähler aus dem Off begleitet die Handlung mal erläuternd, mal kindlich naiv, dann wieder belustigend derb bis hin zu lyrischen Passagen.
    Alle Mitglieder von Léolos Familie ticken jenseits des grünen Bereichs und gleich zu Anfang ist sein Zeugungsvorgang einmalig, nicht nur in der Kinogeschichte. Skurrile Situationen, wie der Versuch den Großvater zu ermorden, den er liebt, wechseln sich mit geträumten Szenen ab, weit weg nach Italien oder zu seiner geliebten Bianca, wenn er durch eine lichtdurchflutete, halboffene Tür blickt.
    Und immer wieder hämmert er uns den Satz ein “Weil ich träume, bin ich nicht verrückt.“ Während seiner Pubertät erlebt Léolo “Sex zwischen Ignoranz und Horror.“ Dabei geht es nicht zimperlich zu: es wird geschnüffelt und um Sodomie gewettet bis an die ekelerregende Igitt-Schmerzgrenze. Eine vielseitige musikalische Begleitung von Mönchsgesängen über Tom Waits bis hin zu den Rolling Stones erhöht das Seherlebnis. Ein kanadischer Film, der die Grenzen des europäischen Kinos nicht nur sprengt, sondern über sie hinausgeht und Neuland betritt.