Little Odessa

 USA 1994
Action 98 min.
film.at poster

Seit Joshua Shapira für die russische Mafia als Auftragskiller arbeitet, hat er New Yorks
russisches Viertel "Little Odessa", in dem er aufgewachsen ist, nicht mehr betreten.

Für
seinen Vater Arkady ist der ältere Sohn sowieso gestorben, aber Joshuas jüngerer Bruder
Reuben sieht ihn als Idol. Als Joshua nun einen Auftrag in Little Odessa erledigen soll und
zurückkommt, spricht sich das schnell herum. Obwohl er anonym bleiben will, trifft er sich mit
Reuben und besucht seine Mutter Irina, die wegen eines Gehirntumors im Sterben liegt. Er
nimmt auch Kontakt zu seiner Jugendliebe Alla auf.

Details

Maximilian Schell, Tim Roth, Edward Furlong
James Gray

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Welt - ein Schweinestall
    Der erste Film von James Gray ist eine Mischung aus knallhartem Gangsterthriller mit allem was dazu gehört wie Berufskiller, die ‘Ehrenwerte Gesellschaft‘ und vielen Leichen. Da kann er getrost neben Quentin Tarantino Platz nehmen, auch wenn ihm die humorvolle Distanz fehlt. Dafür hat er aber einen zweiten Pfeil im Drehbuchköcher: ein Familiendrama. Beides stellt er in eine symbolisch eiskalte Umgebung (Winterfilm!).
    In der Shapira-Family wird sich geprügelt, (Vater Maximilian Schell mit Sohn Tim Roth), es wird betrogen (der Vater seine bettlägerige Frau Vanessa Redgrave), die ganz Mutter still leidend in ihrer Opferrolle aufgeht und der kleine Bruder Edward Furlong versucht vergeblich zu überleben. Auch Freundin Moira Kelly muss in das gefrorene Gras beißen.
    In dieser kalten Welt kann nur derjenige bestehen, der zuerst schießt und dann fragt, von Augenblick zu Augenblick lebt und jeden Moment genießt als sei es der letzte. Da werden auch Liebeakte von mechanischer Instrumentalistik bestimmt, menschliche Nähe findet nicht statt. Selbst Mutter Redgrave haucht kotzend ihren letzten Atem aus. Bitter, die Kälte erfasst den Zuschauer, auch wenn es hier keine virtuellen Schockeffekte gibt. Für dieses menschliche Drama reicht die konventionelle Machart voll aus. Es gibt nicht eine Minute, die zeigt, dass das Leben lebenswert ist. Auch nicht für Gangster. Die sind buchstäblich die ärmsten Schweine. Und von denen überlebt anscheinend nur das ‘Oberschwein‘.
    Das letzte Bild Mutter mit Söhnen kann wohl nur eine ironische Replik sein.