Lord of Miracles

 Peru 2011
Kurzfilm, Dokumentation 9 min.
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Lord of Miracles ist ein beobachtendes Portrait der jährlichen Prozession "El Señor de los Milagros" in Lima, Peru. Im Herzen dieser katholischen Prozession ist die Ikone Jesus Christus, die in einem Holzrahmen durch das Zentrum von Lima auf den Schultern von La Hermandad del Señor de los Milagros (der Bruderschaft des Lord of Miracles) getragen wird. Der Film versucht die ZuseherInnen durch Gebet, Lieder und dem physischen Tragen der Ikone - Rituale, die über Jahrhunderte in Bezug zum "Lord of Miracles" erhalten wurden - einzubinden.

Lord of Miracles erforscht die Art und Weise, wie sich religiöse Hingabe und Glaube in dieser Feier manifestieren. Die Prozession ist dahingehend einmalig, dass Menschen aller Gesellschaftsschichten aufgrund der Ikone zusammen kommen. Die Ikone ist Replik eines jahrhundertealten Wandgemäldes, geschaffen von einem Afrikanisch-Peruanischen Sklaven im 17. Jahrhundert. Dieses Wandgemälde war eines der wenigen Bauten, die nach einem massiven Erdbeben 1786 in Lima noch standen. Was im 18. Jahrhundert als lokale religiöse Praxis von Afro-PeruanerInnen begann ist nun auf der gesamten Welt vertreten und ist einer der größten religiösen Prozessionen der Welt. Im Film trifft eine große Anzahl von Menschen im Zentrum von Lima aufeinander, dem Zentrum säkularen Lebens (wie Regierung, Märkte und täglichem städtischen Leben), von dem alles für die Tage, an denen die Prozession durchzieht, still gelegt wird.

Der Film behandelt die komplexe Beziehung zwischen Säkularismus und heiligen Praktiken im heutigen Südamerika. Lord of Miracles ist in der Tradition des observational cinema gedreht und geschnitten. Die FilmemacherInnen haben sich dabei von Filmen wie Sweetgrass (Lucien Taylor, 2009), Foreign Parts (Verena Paravel, J.P. Sniadecki, 2011) und traditionellen observational bzw. ethnographischen Filmemachern wie Frederick Wiseman, David Macdougall und Robert Gardner inspirieren lassen.

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Christopher Newman, Patricia Alvarez

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