Mademoiselle Chambon

 F 2009
Drama, Romanze 15.10.2010 101 min.
6.90
Mademoiselle Chambon

Der eher wortkarge Jean muss zu seiner Verblüffung erkennen, dass die Begegnung mit der Lehrerin seines Sohnes bisher unbekannte Gefühle in ihm wachruft.

Jean (Vincent Lindon) ist ein herzensguter Mensch: ein guter Handwerker, ein guter Sohn, ein guter Vater und ein guter Ehemann. Sein ruhiger Alltag zwischen Familie und Arbeit gerät völlig durcheinander, als er eines Tages Mademoiselle Chambon (Sandrine Kiberlain), der Lehrerin seines Sohnes, begegnet.
Jean, ein eher wortkarger Mensch, tritt in eine ihm vollkommen unbekannte Welt ein. Es werden Gefühle in ihm wach, die er bislang so nicht kannte.

Vincent Lindon verkörpert den schüchternen Jean perfekt. Sandrine Kiberlain ­ im richtigen Leben Vincent Lindons Ex-Frau ­ überzeugt mit ihrem zurückhaltenden Spiel als geheminisvolle Mademoiselle Chambon auf ebenso bestechende Weise. Regisseur Stéphane Brizé zeigt hier, bereits in "Man muss mich nicht lieben", dass Leidenschaft nicht vom grossen Pathos lebt.

Details

Vincent Lindon, Sandrine Kiberlain, Aure Atika
Stéphane Brizé
Ange Ghinozzi
Antoine Héberlé
Stéphane Brizé, Florence Vignon
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Maurer & die Violinistin
    Kein kleiner, unspektakulärer Film, dessen Inhalt auch nicht gerade neu ist: verheirateter Maurer (Vincent Lindon) verliebt sich in die Lehrerin seines Sohnes (Sandrine Kiberlain) Er baut ein Fenster ein, sie spielt ihm Edward Elgar auf der Geige vor. Der Originaltitel bezieht sich allerdings nur auf die halbe Wahrheit, denn zur Liebe gehören immer noch zwei.
    Ein kontrastreicher Anfang mit Baulärm und Presslufthammer, gefolgt vom typischen Hausaufgabentrauma heutiger Eltern (Akkusativobjekt bestimmen!?). Dann geht’s eindimensional auf der emotionalen Ebene weiter. Die langen, wortlosen Pausen verdeutlichen die Gedankengänge der Akteure, ihre inneren Kämpfe mit sich selber. Sie träumt vor sich hin, schwankt wohl zwischen hoffnungsvoller Erwartung und realistischem Frust, er ist nicht bei der Sache und grantelt daheim und auf der Arbeit. Dazu hört man Kammermusik, die in die nachfolgenden Szenen mitfließt. Frau will klare Verhältnisse und bewirbt sich weg. Nach einem (nur einem) gemeinsamen Betthupferl mit einer versteckten Träne kommt es zum spannenden Finale ohne Worte. Lange bleibt die Frage im Raum: Kommt er oder kommt er nicht? Fährt er mit ihr weg oder bleibt er bei Frau und Sohn? Regisseur Stèphane Brizé spielt zum Schluss ausgedehnt mit den Erwartungen der Zuschauer, bevor er die Frage sachlich kühl beantwortet. Die Kamera schaut distanziert durch ein Fenster, bevor sie sich diskret verabschiedet. Statt Action gibt es eine emotionale Volldusche: leise, zart und schön.