Starlit High Noon

 J 2005

Mahiru no hoshizora

Romanze 92 min.
6.90
film.at poster

Der taiwanesische Auftragskiller Lian Song führt ein Doppelleben: In Taipei erledigt er seine Aufträge, im japanischen Naha taucht er nach getaner Arbeit unter, bis die Situation sich beruhigt hat. In Naha hat er außerdem einen Lieblingswaschsalon, den er immer dann aufsucht, wenn Yukiko da ist eine junge Frau, in die er sich verliebt hat, ohne ihren Namen und ihre Adresse zu kennen. Doch die zarte Romanze kann sich kaum entwickeln, da Lian Song von seinem Auftraggeber nach Taipeh zurückbeordert wird: In Taipeh ist die Polizei den verschiedenen Gangstersyndikaten dicht auf den Fersen, weshalb das Syndikat von Lian Song und eine rivalisierende Triaden-Gang, deren Anführer von Lian Song getötet wurde, in Verhandlung getreten sind. Die rivalisierenden Gangster verlangen zur Genugtuung nichts weniger als Lian Songs Auslieferung. Entgegen unseren Erwartungen fällt in diesem Film kein einziger Schuss. Starlit High Noon ist ruhig und voller Bilder der üppigen subtropischen Landschaft Okinawas: Samtige Brisen, warmes Sonnenlicht, leises Klingeln von Windspielen kein Wunder, dass Lian Song sich hier wohlfühlt. Er wirkt naiv und jungenhaft, dank seiner für asiatische Verhältnisse großen Statur fast tollpatschig. Und er erweist sich als Träumer, wenn er in der Mittagssonne die Sterne sehen will, während er gleichzeitig schwimmt wie ein Berufssportler und geschmeidig gefährlichen Situationen aus dem Weg geht. Aber auch Yukiko ist nicht gerade redselig: Ihre Mimik ist subtil, die Figur wirkt verhalten, und trotzdem erkennt man ihre tiefe Trauer in einem einzigen Blick. Nakagawa Yosuke nimmt sich für seine Erzählung viel Zeit: Unterschwellig erotische Essensszenen, sehnsüchtige Landschaftsbilder und kleine Gesten bestimmen diesen Film. (Conny Haiwen König)

(Text: Viennale 2005)

Details

Suzuki Kyoka (Yukiko), Wang Leehom (Rianson), Kashii Yuu
Nakagawa Yosuke
Sawada Joji
Yanagida Hiroo
Nakagawa Yosuke

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • TIPP
    Klingt wirklich vielversprechend, die Saga vom kalten Auftragskiller, der seine Emotionen entdeckt. Der Pressetext nimmt den Gag des Filmes leider
    vorweg (Achtung!, hier nicht weiterlesen wenn ihr Überraschungen liebt!):
    das vergebliche Warten auf den shoot-out der nicht stattfindet (und das
    in einem astiatischen Film über einen Auftragskiller...) wäre sicherlich
    für eine nette Überraschung gut gewesen. Trotzdem allemal einen Versuch
    wert.

    Re:Mahiru no hoshizora
    Klingt nicht nur vielversprechend, ist tatsächlich ein sehr schöner Film. Lief im Frühjahr auf der Berlinale und von den 17 Filmen die ich dort gesehen habe war es mit Abstand der beste. Die Stimmung, die Bilder, die Atmosphäre - ich muss immer wieder an diesen Film denken: Mein Lieblingsfilm 2005. Schade dass er wohl nicht in den Verleih kam, nur auf Festivals zu sehen war und kein größeres Publikum findet ....