Mahssomim (Checkpoint)

 Israel 2003
Dokumentation 80 min.
film.at poster

« Und wenn die Araber kommen, inszenieren wir halt unser Spiel.» Lakonisch, vielleicht selbstironisch, sicher verantwortungsflüchtend, beschreibt ein Soldat seine Arbeit an einem israelischen Checkpoint in den besetzten Gebieten. Das Spiel besteht darin, variantenreich das Passieren zu verweigern oder nach erniedrigender Befragung doch zu erlauben. Jede Situation scheint absurd, ihr einziger Zweck, Machtverhältnisse zu demonstrieren. Drei Jahre lang hat Yoav Shmair mit Unterstützung des Neuen Israelischen Filmfonds einen Mikrokosmos und Nährboden des israelisch-pälästinensischen Konflikts gefilmt. Yoav Shamir wirft einen unverwandten Blick auf das Leben, das sich an den Checkpoints vor ihm entfaltet. Da er eine High-Tech-Kamera verwendet, die seine Präsenz auf ein Mindestmaß reduziert, scheinen die Soldaten mitunter sogar seine Anwesenheit zu vergessen. An den Straßensperren, an denen er filmt, kulminieren die Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern in unerträglichen Situationen; in diesen Zonen herrschen besondere Regeln und Gesetze. Auf der einen Seite müssen israelische Soldaten im Teenageralter sinnlose Befehle ausführen, auf der anderen sehen sich deren Opfer den absurdesten Schikanen beim Passieren der Sperren ausgeliefert, was den Hass ihren Peinigern gegenüber noch verstärkt. Yoav Shamirs Kamera hält sowohl triviale als auch spannungsgeladene Momente fest, während sie Tag für Tag, bei Regen, Schlamm und Schnee, das Geschehen an den Sperren beobachtet die Zeit wird dadurch beinahe ins Unerträgliche zerdehnt. Die Auswirkung dieser täglichen kleinen Zusammenstöße, die beiden Seiten aufgezwungen werden, auf die gesamte politische Situation scheint unerträglich. Yoav Shamir veranschaulicht in schockierend greifbaren Szenen die Realität an den Checkpoints und zeigt, dass Einschüchterung und Mitgefühl seltsam willkürlich sind. (Janis Plotkin)

(Text: Viennale 2004)

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Yoav Shamir
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