Mama ist kurz beim Friseur

 CAN 2008

Maman est chez le coiffeur

Komödie 97 min.
7.20
film.at poster

Sommer 1966. Als Simone merkt, dass ihr Mann sie mit einem Golfkollegen hintergeht, bricht sie aus ihrer konventionellen Hausfrauenrolle aus und verlässt die Familie in Richtung London. Der nunmehr alleinerziehende Vater ist völlig überfordert. Die drei Kinder bewältigen die Situation auf ihre eigene Art: Élise übernimmt die Mutterrolle für ihre jüngeren Brüder, Coco baut in der Garage eine Seifenkiste und Benoît findet Trost in der Zerstörung seiner Spielzeugfiguren. Falls jemand fragt: Mama ist kurz beim Frisör!

Details

Marianne Fortier, Élie Dupuis, Hugo St-Onge-Paquin, Laurent Lucas, Céline Bonnier
Léa Pool

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Friseur ist die BBC
    Der Titel ist die Antwort, die alle drei Kinder gleichzeitig geben, wenn sie die Nachbarn nach ihrer Mutter fragen. Es ist eine leichte Sommerkomödie, nicht ganz ohne Tiefgang, aber auch ohne rechte Zündung. Sie schildert die Trennung der Eltern aus der Sicht der drei Kinder. Die Enthüllung, dass Papa (Laurent Lucas) schwul ist wird humorvoll aber auch sehr sensibel geschildert. Elise, die Älteste (Marianne Fortier), versteht und übernimmt schmollend die Führung. Benoit (Hugo St-Onge Paquin), der Jüngste, leidet am meisten unter dem Weggang der Mutter. Hier wird es traurig-tragisch, denn er nässt ein, versteckt sich im Schrank, lutscht am Daumen und hätte fast die Garage abgefackelt. Elise flüchtet in ihr Tagebuch und zu einem sonderbaren Fliegenmann (Gabreil Arcand). Die Welt der Kinder ist besser als die der Erwachsenen. Die Kids können quasi symbolisch ins angrenzende Maisfeld fliehen oder helfend eingreifen, wenn es nötig ist. Die Nachbarn kommen meistens als Witzfiguren oder Schwerenöter daher. Vater bleibt blass und Mutter distanziert. Selbst die Oma ist nicht recht greifbar, genau wie der Mittlere Sohn.
    Dialoge und Situationen erfordern manchmal ein Schmunzeln. Das wirkt dann wie ein aufloderndes Streichholz in völliger Dunkelheit: kurz auf und weg! Entsprechend dem Zeitgeist der 60er Jahre werden die Probleme nicht besprochen. Der Soundtrack enthält typische Vertreter dieser Zeit und sorgt für die nötige Sommerlaune. Ganz OK!