Sparrow

 Hongkong/China 2007

Man Jeuk

Drama, Romanze 86 min.
6.70
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Kei und seine drei Kumpane leben in Hongkong ein unbeschwertes Leben als Taschendiebe. Mit Eleganz und Anmut bewegen sie sich wie die titelgebenden «Spatzen» im Gewühl der Großstadt. Die geheimnisvolle Schönheit Chun Lei überredet die Freunde, einen Schlüssel für sie zu stehlen. Doch bei der Übergabe löst sich die Schöne mit dem Schlüssel in Luft auf - und die Bande beginnen zu ahnen, dass mehr hinter Chun Lei und ihrem Auftraggeber steckt, als sie dachten. Vor allem, als mit dem öffentlichkeitsscheuen Tycoon Mr. Fu ein weiterer Interessent ins Spiel kommt. An Sparrow hat Johnnie To vier Jahre gearbeitet; in dieser Zeit sind insgesamt acht neue Filme entstanden. Doch diese Arbeitslast hat Sparrow nicht geschadet - er hat sogar etwas von der Unschuld der frühen Nouvelle Vague. Und wie die jungen Franzosen damals klaut der Regisseur aus Hongkong einfach bei den alten Meistern. Es geht um elegantes Filmen von Gaunereien. Um Stil und Ästhetik. Um scheinbar nutzlosen Humor und besonders um Bewegung. Dafür bleibt die Handlung manchmal einfach stehen, und dann sieht man einer Frau beim Zigarette rauchen zu. Johnnie To wird oft für Dinge gescholten, die etwa bei Wong Kar-wai stets bejubelt werden. Der abschließende nächtliche Coup, wenn die Gegner sich gegenseitig an die Brieftaschen gehen, zeigt dann nur noch Großaufnahmen von Regenschirmen, Wassertropfen, starren Männergesichtern. Ein verführerisches, dunkles Ballett. (Holger Kreitling)

(Text: Viennale 2008)

Details

Simon Yam (Kei), Kelly Lin (Chun Lei), Lam Ka Tung, Lo Hoi Pang (M. Fu), Law Wing Cheong, Kenneth Cheung
Johnnie To
Xavier Jamaux, Fred Avril
Cheng Siu Keung
Chan Kin Chung, Fung Chih Chiang

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Duell unterm Regenschirm
    Der Sperling ist eine nette Symbolfigur für die vier Taschendiebe. Die sorgen für Komik und die geheimnisvolle schöne Chun Lei (Kelly Lin) sorgt für amüsante Unterhaltung. Bei ihrer Verfolgung und der Enthüllung ihres Geheimnisses wird es sogar etwas spannend. Lange Passagen kommen ohne Worte aus, dafür sehen wir eindeutige Situationen. Hier sind die lustigen Szenen im Fahrstuhl besonders gelungen. Es wird lange nicht geredet, aber es passiert ganz schön viel am Rande nebenbei. Aber auch wenn alle vier sich gleichzeitig verletzen oder als Beweis einem Polizisten die Handschellen geklaut werden sollen, geht alles ganz locker und leicht dahin. Der bestohlene Dieb oder der Pfeife rauchende Beobachter sind gängige Topoi. Der Wettstreit um die goldene Palme der Taschendiebe ist etwas unscharf. Und das tränenreiche Telefonat von Chun Lei löst verständnislose Verwunderung aus. Dafür gibt es überraschende Wendungen und einen freundlichen, offenen Schluss. Nett, keck, drollig. Wie ein Spatz.


  • Als großer Johnnie-To-Fan zähle ich "Man Jeuk" zu den Pflichtfilmen der Viennale - er hat nämlich außerdem bisher keinen Verleih in Österreich gefunden (ein wenig erstaunlich...).

    Allein das unfassbar elegant inszenierte Abschlussballett der Taschendiebe unter Regenschirmen macht den Film bestimmt sehenswert...