Metallica: Some Kind of Monster

 USA 2003
Musikfilm / Musical, Dokumentation 19.11.2004 140 min.
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Metallica, eine der erfolgreichsten und berühmtesten Musikbands aller Zeiten, zieht sich in ein aufgelassenes Militärgebäude am Rand von San Francisco zurück.

Im Frühjahr 2001 ziehen sich Metallica, eine der erfolgreichsten und berühmtesten Musikbands aller Zeiten, in ein aufgelassenes Militärgebäude am Rand von San Francisco zurück. Die Helden des Heavy Metal sind müde, verbraucht und psychisch schwer angeschlagen; ihre Formation steht kurz vor der Auflösung. Die Arbeit an einem neuen Studio-Album soll die letzte Chance sein, die Gruppe zu retten, und es sind Betreuer und ein eigener Psychologe notwendig, um die harten Männer wieder aufzurichten und aufs Neue zusammenzubringen.

In Paradise Lost zeichneten Berlinger und Sinofsky nach, wie drei Teenager nur schon deswegen einer Bluttat beschuldigt wurden, weil sie Metallica-Leibchen trugen. Die Dämonen in Metallica: Some Kind of Monster treten nun nicht bei Gericht, sondern im Proberaum zu Tage: Seltsam deplatziert wirken Rocker von altem Schlag in den gefühligen Gesprächsrunden mit ihrem Psychotherapeuten, und tatsächlich zeigt sich auf dem Gesicht von Frontmann James Hetfield wiederholt ungläubiges Grinsen bis er ihn am Ende als zur Rettung entsandten Engel bezeichnet. (Simon Kern)

(Text: Viennale 2004)

Details

James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett, Robert Trujillo, Jason Newsted, Dave Mustaine, Phil Towle u.a.
Joe Berlinger, Bruce Sinofsky
Kirk Hammett, James Hetfield, Metallica, Bob Rock, Lars Ulrich
Robert Richman
Joe Berlinger, Bruce Sinofsky
Stadtkino

Kritiken

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User Kritiken

  • Starke Dokumentation!
    Der Film ist für die Metallica-Fans, die sich als harte Rebellen sehen, vielleicht sonderbar, weil sie erleben (müssen), wie die "harten Männer" weich werden. Die Verwandlung der nach dem Ausstieg von Jason Newsted übrig gebliebenen drei Bandmitglieder zu beobachten, fand ich allerdings sehr faszinierend. Wie die Antipoden James Hetfield und Lars Ulrich anfangen, sich selbst zu verstehen und sich daher trotz weiterhin bestehender Konflikte gegenseitig zu respektieren anstatt sich immer nur gegenseitig fertigzumachen, ist wirklich spannend. Die Pose der "harten Männer" ist im Heavy-Metal-Milieu ein Teil der Show, aber wenn sie mit der Wirklichkeit verwechselt wird, bricht man psychisch irgendwann zusammen. In diesem Film kann man in der Entwicklung von Metallica erleben, wie diese Pose als Lüge entlarvt wird und wie vor allem James Hetfield sich seiner natürlichen Verletzlichkeit als Mensch - so wie Menschen nun mal sind, ob sie wollen oder nicht - annähert (der Großteil passiert zwar ohne die Kamera in einer Rehaklinik, aber der Unterschied davor/danach ist mehr als deutlich). Seine Schwächen zu erkennen und anzunehmen ist wahre Stärke. Wenn Jason Newsted im Interview dagegen mit hasserfülltem und gleichzeitig unheimlich schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck in die Kamera spuckt, was für eine Schwäche es ist, sich Hilfe zu holen, um sich selbst und sein Leben besser zu verstehen und in Ordnung zu bringen, dann ist das so etwas wie die Antithese zur Menschlichkeit und bringt deshalb echte Schwäche zum Ausdruck.
    Fazit: wer sich nicht nur für Metallica und deren kreative Arbeitsweise, sondern auch für menschliche Beziehungen, Konflikte, Stärken, Schwächen, den Umgang mit sich selbst usw. interessiert, wird diesen Film höchst interessant finden.