Michael Haneke mit "Happy End" in Cannes

2109 cannes film festival.jpgriviera insider
2109 cannes film festival.jpg

Der österreichische Star-Regisseur ist nun zum siebten Mal im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes. Nach den Erfolgen von „Das weiße Band“ und „Amour“ hat er nun die Möglichkeit, als erster Filmemacher aller Zeiten die Goldene Palme ein drittes Mal zu gewinnen. 2014 sah es ganz danach aus, als würde Haneke „Flashmob“ einen Film übers Internet drehen, doch aus unbekannten Gründen wurde das Projekt nicht realisiert und man begann mit den Vorbereitungen für „Happy End“. Neben etablierten Schauspielerin wie Isabelle Huppert und Jean Louis Trintignant ist auch der deutsche Schauspieler Franz Rogowski im Film zu sehen.



Favorit

Haneke gilt als großer Favorit für die Goldene Palme, vor allem weil Schwergewichte wie Nuri Bilge Ceylan und Abdellatif Kechiche nicht im Wettbewerb konkurrieren, da ihre neuen Filme noch nicht fertiggestellt sind. Man darf sich auf nächstes Jahr freuen. Ein heißer Anwärter für die begehrten Trohpäe ist der Russe Andrey Swjaginzew, der schon mit seinem letzten Film „Leviathan“ den Preis für das beste Drehbuch gewinnen konnte. Zu gönnen wäre der Hauptpreis auch Cannes-Dauergast Naomi Kawase. Nachdem ihr großartiges Familiendrama „Futatsume no mado“ 2014 leer ausging, wäre die Goldene Palme für sie, auch als Anerkennung für ihre bisherige Treue zum Festival, gerechtfertigt.

Aus dem Nichts

Überraschend hingegen ist die Nominierung des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin mit „Aus dem Nichts“ -  machte der ehemalige Gewinner des Goldenen Bären doch in den letzten Jahren mit leicht verdaulichen Komödien auf sich aufmerksam, die einen hohen künstlerischen Anspruch vermissen ließen. Auch in der Nebenreihe „Un certain Regard“ ist ein deutscher Film vertreten: die Deutsche Filmemacherin Valeska Griesbach, die auf der Filmakademie Wien studier hate, präsentiert ihren von Maren Ade produzierten Film „Western“. Die erste Regiearbeit von Taylor Sherdian „Wind River“ feiert seine Premiere ebenfalls in dieser Nebenreihe. Sheridan war für die Drehbücher von "Sicario" und "Hell or Highwater" verantwortlich und gehört zu den spannendsten Genre-Autoren unserer Zeit.

 

Die 70. Filmfestspiele von Cannes finden von 17.- 28 Mai statt und dürften politischer als die Jahre zuvor ausfallen. Festivaldirektor Thierry Fremaux beteuerte jedoch, dass nicht das Festival sondern die Filmemacher politisch seien. Da könnten sich andere Festivals noch etwas abschauen.

 

Das sind die Filme im Wettbewerb:

- "Happy End" von Michael Haneke

- "Nelyubov" ("Loveless") von Andrey Zvyagintsev

- "Good Time" von Benny Safdie und Josh Safdie

- "You were never really here" von Lynne Ramsay

- "L'amant double" von Francois Ozon

- "Jupiter's Moon" von Kornél Mundruczó

- "A gentle Creature" von Sergei Loznitsa

- "The Killing of a Sacred Deer" von Yorgos Lanthimos

- "Hikari" ("Radiance") von Naomi Kawase

- "Geu-Hu" ("The Day After") von Hang Sangsoo

- "Le redoutable" von Michel Hazanavicius

- "Wonderstruck" von Todd Haynes

- "Rodin" von Jacques Doillon

- "The Beguiled" von Sofia Coppola

- "120 Battements par minute" von Robin Campillo

- "Okja" von Bong Joon-Ho

- "Aus dem Nichts" von Fatih Akin

- "The Meyerowitz Stories" von Noah Baumbach

 

Özgür Anil

Kommentare