Miss Austen Regrets

 USA/GB 2008
Drama, Biografie 90 min.
7.10
Miss Austen Regrets

Auf Basis von Jane Austens zahlreichen Briefen und Tagebucheinträgen erleben wir ihre letzten Lebensjahre, bevor sie im Alter von 41 Jahren schwer erkrankt starb.

Die bereits 40-jährige Jane lebt unverheiratet mit ihrer älteren Schwester Cassandra und ihrer Mutter in einem kleinen Cottage im idyllischen Hampshire. Auf die Bitte ihrer Nichte Fanny, die kurz zuvor ihre Mutter verloren hat, berät Jane sie bei der Suche nach einem passenden Ehemann. Doch Jane selbst zieht ein unabhängiges Leben als Schriftstellerin der Ehe vor, und gerät dadurch immer wieder mit Fanny als auch mit ihrer gesamten Familie in Konflikt.

Details

Samuel Roukin, Olivia Williams, Greta Scacchi, Imogen Poots u.a.
Jeremy Lovering
Jennie Muskett
David Katznelson
Gwyneth Hughes

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sie bedauert...
    Der eigenartige Titel ist ein abgebrochener Satz, der verwendet wird in Situationen wie ‘Miss Austen bedauert, sie nicht empfangen zu können…‘ oder ‘Sie bedauert ihrer Einladung nicht Folge leisten zu können…‘.
    So erleben wir die letzten Jahre der Schriftstellerin. Sie (Olivia Williams) ist eine enttäuschte Jungfer, die allen helfen kann, nur nicht sich selbst. Anfangs ist sie geistreich, fortschrittlich und versprüht immer einen Schuss Ironie. Ihr Ende ist gekennzeichnet durch Krankheit, Frust und Enttäuschung, trotz der erfolgreichen Veröffentlichung ihrer Romane. Für die Männer ist sie zu klug, zu selbstbewusst und zu wenig servil. Die sind hingegen etwas blasierte Prinzipienreiter, die die Frauenzimmer verschrecken, die sich doch eigentlich noch ihnen sehnsüchtig verzehren.
    Das Ambiente ist stylsicher eingefangen, die Kostüme detailgenau, die Handlung durchaus zeitgemäß nachempfunden und die Dialoge (großartiges Drehbuch von Gwyneth Hughes) ganz nah an der titelgebenden, literarischen Figur. Es bietet eine mögliche Realität und ist von fantasievollem Einfallsreichtum. Jane Austens Thema Nummer eins nimmt breiten Raum ein: heiraten. So gibt es am Ende auch eine Hochzeit, nur Jane ist nicht die Braut. Es ist genial, wie sie aus der Handlung herausgenommen wird. Aufschlussreich auch die Lebensabrechnung mit ihr von Seiten ihrer Mutter (Phyllida Law). Es werden durch Zitate anschauliche Parallelen zwischen ihrem Leben und ihrem Werk gezogen. Das ist alles stimmig und gut recherchiert. Es passt zu den großartigen Verfilmungen von Jane Austens Romanen. ‘Ihre Stärke war ihre Fantasie, nicht ihre Erfahrung.‘ Man kann eine außergewöhnliche Frau verstehen, die die Freiheit gewählt hat.
    Eine sinnvolle Ergänzung zur Lektüre ihres Werkes.