Mitten im Sturm

 D/PL/B 2009

Within the Whirlwind

Drama, Biografie 97 min.
6.60
Mitten im Sturm

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Eugenia Semjononowa Ginzburg die als Tochter einer jüdischen Familie in Moskau geboren wurde und zwölf Jahre im sibirischen Gulag Kolmya überlebte.

Eugenia Ginzburg ist eine anerkannte Dozentin an der Universität Kazan. Als Mitglied der Kommunistischen Partei führt sie mit ihrer Familie ein privilegiertes Leben. 1937 wird Eugenia Ginzburg aufgrund von absurden Anschuldigungen verhaftet und zu zehn Jahren Zwangsarbeit im sibirischen Gulag verurteilt. Mit Gedichten aus der von ihr geliebten russischen Literatur gelingt es ihr, sich selbst und auch ihre Leidensgenossinnen im Lager zum Durchhalten aufzurichten.

Details

Emily Watson (Eugenia Ginzburg), Ulrich Tukur (Dr. Anton Walter), Ian Hart (Beylin), Agata Buzek (Lena), Lena Stolze
Marleen Gorris
Wlodzimierz Pawlik
Arkadiusz Tomiak PSC
Nancy Larson nach Eugenia Ginzburg

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Überleben im Gulag
    Der Film verdeutlicht überaus beeindruckend die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der Willkür des stalinistischen Systems (“Meister Schnurrbart“) und ebenso die hier gezeigten Auswüchse menschlicher Demütigungen. Besonders erstaunlich, da hier eine Professorin (Emily Watson), die eigentlich voll hinter der Ideologie von Väterchen Stalin steht, zur Haft im Gulag verurteilt wird. Da werden aus Freunden Feinde und aus Richtern Mithäftlinge. Schmerzlich auch die Trennung von Mann und Kindern. Emily Watson trägt das Geschehen. In ihrem Gesichtsausdruck versammelt sich die ganze Skala menschlicher Emotionen von laut schreiend bis stumm leidend, von Empörung und Wut, aber auch von Wärme und Mitgefühl. Das prägt den Film, in dem eine gesamteuropäische Crew (u.a. Ulrich Tukur, Ian Hart, Lena Stolze) ganz toll agiert. Der Schwerpunkt liegt auf der individuellen Problematik des Lagerlebens. Und da überzeugen die genau beobachteten zwischenmenschlichen Aspekte. Hier helfen Lyrik und die Liebe der gequälten Seele mancher Lagerinsassen. “Süß ist es zu schlafen, süßer noch ein Stein zu sein.“ Das Ende kommt dann kurz und bündig, aber wohltuend erwärmend bei der Eiseskälte dieses Wirbelwindes.