More Milk Yvette

 USA 1965
Independent, Avantgarde 67 min.
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Warhols erster Film über eine Hollywood-Diva - Lana Turner.

Eine Oper. Die Geschichte eines Sohnes, der den Freund seiner Mutter umbringt. Gerard Malanga Warhols Interesse an Stars, und an der ganzen komplexen Hierarchie des Starsystem, hatte sich bereits in zahlreichen Serigrafien von Marilyn Monroe, Marlon Brando, Liz Taylor, Troy Donahue, Warren Beatty, James Cagney, Elvis Presley, etc. manifestiert. Und noch früher, in der Phase von A la Recherche du Shoe Perdu [«Auf der Suche nach dem verlorenen Schuh»], war seine Grafikproduktion mit «personifizierten» Schuhen im Zeichen eines anachronistischen und zerrütteten Starsystems (Hedy Lamarr, Mae West, Zsa-Zsa Gabor, Elvis Presley, Greta Garbo) entstanden. In seinem Filmschaffen sind die meisten dieser Namen verschwunden. Die Stars, die seine Filme bevölkern, sind nicht mehr «hochkarätige» Stars wie Greta Garbo, Marlene Dietrich, Gene Tierny oder Louise Brooks, sondern Stars zweiter Klasse, leicht kitschig angehauchte Stars, die dem Geschmack des breiten Publikums mehr entsprechen als die umschwärmten Lieblinge der Cinephilen: Lupe Velez, Lana Turner, Maria Montez, Jean Harlow, Hedy Lamarr und andere. In Lupe (über Lupe Velez), in Hedy (über Hedy Lamarr) und in More Milk Yvette (über Lana Turner) wird der sterbliche Aspekt der Parabel gezeigt. In diesen Streifen missglückt der Prozess der Kanonisation des Stars, denn die drei Schauspielerinnen sterben am Ende des Films. Adriano Apra und Enzo Ungari, «Andy Warhol, Cinema», Paris 1990 Übersetzung von Petra Metelko

(Text: Viennale 2005)

Details

Mario Montez, Paul Caruso, Richard Schmidt
Andy Warhol
Ronald Tavel

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