My Country, My Country

 USA/Irak 2006
Dokumentation 90 min.
7.20
My Country, My Country

Acht Monate lang, vom Juli 2004 bis zum Februar 2005, begleitete Laura Poitras mit ihrer Kamera den irakischen Arzt Dr. Riyadh, einen gläubigen Sunniten, durch Bagdad.

Poitras zeigt, wie Dr. Riyadh Gefangene in Abu Ghraib aufsucht; wie er sich bei amerikanischen Soldaten über die Offensive in Falludscha beschwert; wie er bei Kerzenlicht mit seiner Frau und den sechs Kindern zu Abend essen muss, weil es keinen Strom gibt; wie er, voller Wehmut, von der Herrlichkeit seines Landes erzählt; und wie er mehr und mehr an den tragischen Widersprüchen der Besetzung dieses herrlichen Landes zerbricht. Poitras zeigt aber auch die Angst der amerikanischen Soldaten, die Abgebrühtheit privatwirtschaftlich organisierter Söldner und die strukturelle Überforderung von UN-Beamten, die inmitten von all dem Chaos Wahlen organisieren müssen. (Peter Dausend) Dieser Film entstand aus meiner Verzweiflung über die Widersprüche der amerikanischen Besetzung des Irak und des Vorhabens der US-Regierung, unter Anwendung militärischer Gewalt im Nahen Osten die Demokratie einzuführen. Ich wollte diese Widersprüche an Ort und Stelle aus der Perspektive der dort lebenden Menschen verstehen. Obwohl der Film sich vor allem auf die Wahlen vom Januar 2005 konzentriert, ist er doch breiter angelegt und bezieht die US-amerikanische Außenpolitik nach dem 11. September in sein Spektrum mit ein. Der «präventive» Einsatz der Militärkräfte und das Projekt der Demokratisierung des Nahen Ostens markieren einen radikalen Wandel in der amerikanischen ebenso wie in der Weltpolitik. Ich sah mich genötigt, immerhin einen kleinen Teil dieser Verschiebung zu dokumentieren. (Laura Poitras)

(Text: Viennale 2006)

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Laura Poitras
Kadhum Al Sahir
Laura Poitras

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