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10/22/2021

Transphobie in "The Closer" auf Netflix: Chappelle offen für Diskurs

Dave Chappelles Netflix-Special "The Closer" bleibt trotz heftiger Kritik auf der Streaming-Plattform verfügbar, was zu Protesten führte. Chappelle sei inzwischen für einen Diskurs offen.

von Lana Schneider

Nach dem Ärger um Comedian Dave Chappelle und seine neue Show "The Closer" und dem Statement von Netflix, kam es zu Protesten vor dem Headquarter.

In der Show erklärte der der Comedian unter anderem, dass seiner Meinung nach Transpersonen eine "zu dünne Haut" hätten: "In unserem Land kann man einen (N-Wort) erschießen, aber du verletzt besser nicht die Gefühle einer schwulen/lesbischen Person." Zudem erklärte er sich als "TERF", was für "trans-exklusionary radical feminist" steht. Er beteuerte jedoch, dass er auch mit Transpersonen befreundet sei, was seine transphoben Aussagen für ihn offenbar rechtfertigte.

Nachdem sich mehrere Organisationen, Fans und Netflix-MitarbeiterInnen negativ zu der Show von Chappelle geäußert hatten, wandte sich Netflix-CEO Ted Sarandos in einem internen Mail an seine MitarbeiterInnen, das durch einen Leak an "Variety" veröffentlicht wurde.

"Chapelle ist einer der beliebtesten Stand-Up-Comedians unserer Zeit und wir haben einen schon lange bestehenden Vertrag mit ihm. Sein letztes Special 'Sticks & Stones' war ebenfalls kontrovers, ist aber dennoch die am meisten prämierte Stand-Up-Comedy-Show. (...) Wir arbeiten hart daran, kreative Freiheit zu unterstützen  auch wenn das heißt, dass auf Netflix Inhalte sein werden, die manche als verletzend ansehen", so Sarandos. "The Closer" werde dementsprechend weiterhin auf der Plattform verfügbar sein. 

Dennoch würde Netflix keine Inhalte erlauben, die zu Hass oder Gewalt anstiften, fuhr der CEO fort  "The Closer" würde diese Grenze aber eben nicht überschreiten. 

"Stand-Up-Comedy existiert, um Grenzen zu sprengen. Manche finden diese Art von Comedy gemein, aber unsere AbonnentInnen mögen das und es ist ein wichtiger Teil unseres Streaming-Angebotes", erklärte Sarandos abschließend den Schritt, das Special weiterhin ausstrahlen zu wollen.

Diverse Lebensformen und die Repräsentation von Minderheiten seien natürlich trotzdem ein wichtiger Teil der Netflix-Inhalte, die man mit eigenen Produktionen wie "Sex Education" oder "Dear White People" abbilden könne und wolle.

Im Nachhinein würde Sarandos aber vor allem die Kommunikation an seine MitarbeiterInnen anders handhaben, wie er im Interview mit "Deadline" klarstellte. Er hätte nicht bedacht, mit seinen Aussagen deren Gefühle zu verletzen und das würde ihm besonders leidtun. Dass "The Closer" auf der Plattform weiterhin und ohne Änderungen auf Netflix aufrufbar ist, würde er jedoch nicht bereuen, da er zur freien Meinungsäußerung stehen würde.

Netflix-MitarbeiterInnen nach Kritik suspendiert?

Wie "Variety" außerdem berichtet, seien kürzlich drei Netflix-MitarbeiterInnen suspendiert worden. Terra Field, eine dieser MitarbeiterInnen und selbst Transfrau, äußerte zuvor Kritik zu dem Netflix-Special von Chappelle. 

Die Suspendierung hätte mit der Kritik jedoch nichts zu tun, versicherte Netflix gegenüber dem Branchenblatt, sondern sei aus einer Störung eines Vorstand-Meetings resultiert.

"Es ist nicht wahr, dass wir MitarbeiterInnen wegen eines Tweets über diese Show suspendiert haben. Wir ermutigen unsere MitarbeiterInnen, sich negativ zu äußern, wenn sie das wollen, und wir unterstützen es, dass sie von ihrem Recht Gebrauch machen", so ein/e SprecherIn der Streaming-Plattform.

Inzwischen sei die Suspendierung der MitarbeiterInnen außerdem wieder aufgehoben worden, wie "Deadline" berichtet.

Proteste

Netflix-MitarbeiterInnen und AktivistInnen kündigten nach dem Statement von Netflix einen Streik und Proteste gegen Transphobie – und die transphoben Kommentare im Special von Chappelle – an.

Netflix sprach laut "Variety" Unterstützung aus: "Wir schätzen unsere Trans-MitarbeiterInnen und Trans-Verbündete und verstehen den Schmerz, den sie erfahren mussten. Wir respektieren die Entscheidung aller Mitarbeitenden, die sich für einen Streik entscheiden und kennen an, dass wir an der Unternehmenskultur bei Netflix und an den Inhalten arbeiten müssen."

Wie das Branchenblatt weiter berichtet, hätten dutzende streikende MitarbeiterInnen von Netflix teilgenommen.

Daraufhin kündigte Chappelle über eine bisher nicht identifizierte Quelle an, offen für einen Diskurs zu sein und den Betroffenen zuhören zu wollen. "Keine Witze mehr über Transpersonen, bis wir alle darüber lachen können. (...) Man redet und Dave hört zu. Wenn jeder dafür offen ist, werden die verschiedenen Communities zusammenkommen können", so der oder die SprecherIn gegenüber "TMZ".

 

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