"Der Tiger" auf Prime Video: Besonderer Antikriegsfilm?
Szene aus Amazons Antikriegsfilm "Der Tiger"
Am 2. Januar 2026 startet in der Abo-Flatrate von Amazons Streamingdienst Prime Video der deutsche Antikriegsfilm "Der Tiger" von Regisseur Dennis Gansel ("Die Welle", 52). Der packende Action- und Kriegsfilm, der größtenteils im Inneren eines Tiger-Panzers der deutschen Wehrmacht spielt, erinnert ein wenig an den großen Weltkriegsfilm-Erfolg "Im Westen nichts Neues" des Konkurrenz-Streamingdienstes Netflix. Hier wie da wird von den Schrecken, der Brutalität und Sinnlosigkeit des Krieges erzählt, in dem ein Menschenleben nichts wert ist - in der Version von Gansel allerdings vor dem Hintergrund eben des Zweiten Weltkriegs.
"Der Tiger": Darum geht's
Nachdem ihnen auf unerklärliche Weise die Flucht vor einem Fliegerangriff über eine bald gesprengte Brücke gelungen ist, erhält die fünfköpfige Besatzung eines deutschen Tiger-Panzers an der Ostfront im Herbst 1943 eine spezielle, streng geheime Mission. Hinter der Frontlinie, weit in von der Roten Armee zurückerobertem Gebiet, sollen sie eine Zielperson lokalisieren und zurückbringen.
Der Weg dorthin wird für Leutnant Philip Gerkens (David Schütter, 34) und seine Männer zur nervenaufreibenden Fahrt ins Herz der Finsternis. Ständig bedroht und gejagt von sowjetischen Truppen, putschen sich die Soldaten mit Pervitin auf und stellen Sinn und Zweck ihrer Mission immer mehr infrage.
Darum ist "Der Tiger" sehenswert
Die Mannen von Leutnant Gerkens werden in "Der Tiger" auf ein veritables Himmelfahrtskommando geschickt, eine Sondermission, die im aus ihrer Sicht eh schon verlorenen Krieg besonders sinnlos erscheint. Dabei erinnert der an vielen Stellen packende, klaustrophobische Antikriegsfilm "Der Tiger" - wie eingangs erwähnt - an den großen Netflix-Erfolg "Im Westen nichts Neues". Denn die zahlreichen Kriegsszenen, wenn Panzer gegen Panzer kämpfen oder die Mannschaft des Tigers etwa taucht, um feindlichen Truppen aus dem Weg zu gehen, sind auf Hollywood-Niveau inszeniert und an Spannung oftmals kaum zu überbieten.
Gleichzeitig, das wird schnell klar, kann die fünfköpfige Besatzung des Tiger-Panzers nicht erwarten, jemals heil zurückzukehren. Die Männer werden verfolgt von Schuldgefühlen ob der Gräueltaten, die sie selbst auf Hitlers Vernichtungsfeldzug in der Sowjetunion schon begangen haben. Und im unwahrscheinlichen Fall, dass sie ihre Mission überleben sollten, wartet zuhause auch nicht mehr die ihnen vertraute Welt auf ihre Rückkehr. Denn ihre Familienmitglieder sind bei Luftangriffen schon ums Leben gekommen. Die idyllische, friedliche Welt, die sie vor dem Krieg einmal kannten, gibt es nicht mehr.
So erzählen Regisseur Dennis Gansel und sein Team eindringlich von der menschenverachtenden Grausamkeit des Krieges, während die Besatzung des Tigers mit durch Pervitin verstärkter Angst und Paranoia durch feindliches Gebiet steuert - auf ein Ende zu, dass mit einem großen, bereits zuvor hier und da angedeuteten Twist alles zuvor Gesehene noch einmal in anderem Licht erscheinen lässt.