Das Rennen um die Golden Globes geht in die finale Phase

© APA - Austria Presse Agentur

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05/11/2021

Kontroverse um Golden Globes: NBC will Gala 2022 nicht ausstrahlen

Nun sind die Verantwortlichen der Golden Globes massiv unter Druck - Stars protestieren, der Haussender springt ab

Mit Stars wie Tom Cruise, Brad Pitt oder Meryl Streep trumpfen die Golden Globes gerne auf. Die Gala für die seit 1944 vergebenen Film- und TV-Preise hat lange den Ruf als Hollywoods lockere Trophäen-Party mit reichlich Champagner. Immer wieder gab es auch Kritik an dem kleinen Verband der Auslandspresse, mit weniger als 100 Mitgliedern. Vorwürfe wie mangelnde Diversität und fragwürdige Praktiken der wahlberechtigten Journalisten wurden laut. Jetzt eskaliert die Globe-Krise.

Tom Cruise setzt Protest-Zeichen

Ausgerechnet Globe-Preisträger Tom Cruise (58) hat dem Verband mit einer Protestaktion neue Negativ-Schlagzeilen beschert. Der "Mission:Impossible"-Star habe seine drei Globe-Trophäen an die Organisation zurückgegeben, berichteten mehrere US-Medien am 10. Mai übereinstimmend. Cruise hatte die Preise für seine Rollen in "Geboren am 4. Juli" (1990), "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" (1997) und "Magnolia" (2000) gewonnen.

"Selma"-Regisseurin Ava DuVernay lobte die Aktion umgehend. Mit der Rücksendung habe Cruise ein deutliches Zeichen gesetzt, gegen die "sexistischen, homophoben und rassistischen Praktiken von Ausschließung, Schikane und Voreingenommenheit" des Verbands Front zu machen, schrieb sie am 10. Mai auf Twitter.

NBC geht auf Distanz

Damit nicht genug: auch NBC, der Haussender der Globes, zog am 10. Mai Konsequenzen. Man werde die Globe-Gala im Jahr 2022 nicht auszustrahlen, teilte der Sender mit. Der Globe-Verband HFPA (Hollywood Foreign Press Association) müsse Zeit und Arbeit investieren, um größere Reformen umzusetzen. Der Sender hoffe aber, die Gala im Januar 2023 nach entsprechenden Veränderungen wieder zu zeigen.

Der HFPA werden unter anderem fehlende Diversität und intransparente Mitgliedschaftskriterien vorgeworfen. Ein zentraler Kritikpunkt: Der Preis-Jury von Auslandsjournalisten gehören keine Schwarzen an. Die knapp 90 Mitglieder hatten bereits in der vergangenen Woche Reformen versprochen, so etwa die umgehende Aufnahme zwanzig neuer Mitglieder, vorrangig Afroamerikaner. Innerhalb von 18 Monaten soll die Zahl der Mitglieder verdoppelt werden. Auch soll es neue Richtlinien geben, etwa in Bezug auf Einladungen zu Filmevents. Die Annahme von Werbegeschenken wäre künftig verboten.

"Wichtiger Moment für Hollywood"

Netflix und Amazon kündigten an, die Zusammenarbeit mit dem Verband weiter ausgesetzt zu lassen. Auch die "Time's Up"-Organisation gegen Diskriminierung und ein Zusammenschluss von wichtigen PR-Firmen gingen zuletzt auf Abstand.

Die Globe-Absage des Senders NBC am Montag wurde nun von der "Time's Up"-Bewegung als großer Erfolg gefeiert. "Dies ist ein entscheidender Moment für Hollywood", hieß es in einer Mitteilung. Das gemeinsame Vorgehen gegen die "mächtigen, aber stark fehlerhaften" Auszeichnungen zeige, dass man tatsächlich gerechtere Bedingungen erwirken könne: "In jeder Branche und Einrichtung und quer durch die Gesellschaft".

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