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03/16/2021

Darum sehen wir in Filmen und Serien immer die gleichen Fake-Zigaretten

Von "Psycho" bis "Friends": Die Fake-Zigaretten von Morley tauchen immer wieder auf. Warum eigentlich?

von Lana Schneider

In der aktuellen Staffel der Fernsehserie "Lass es, Larry!" stechen aufmerksamen ZuschauerInnen die Zigaretten von Morley ins Auge. Auch wenn man sie noch nie in einer Trafik gesehen hat, sind diese Fake-Zigaretten durchaus berühmt. Sie kamen bereits in "Psycho" von Alfred Hitchcock, im "Breaking Bad"-Film "El Camino" oder in den Serien "Seinfeld" und "Friends" vor.

Jonathan Kuntz, Film-Professor an der UCLA, verriet dem amerikanischen Magazin "Insider" was es mit Morley auf sich hat.

Morley gilt seit Jahrzehnten als eine der bekanntesten Hollywood-Marken und ist laut Kuntz in mehren Hundert Filmen und Serien zu entdecken. Sollen sie etwa wie Tarantinos Fake-Zigaretten Red Apple ein zusammenhängendes Film-Universum andeuten? Wohl eher nicht, wie Kuntz erklärt.

Fake-Marken in Hollywood sind immer wieder ein großes Thema, da ProduzentInnen keine kostenlose Werbung machen wollen. Das liegt zum einen daran, dass Werbung negativ vom Publikum aufgenommen wird, und zum anderen daran, dass man mit der Verwendung eines bestimmten Produktes die NutzerInnen eines ähnlichen Konkurrenz-Produktes beleidigen könnte.

So sind auch Marken wie Heiser-Bier, Oceanic Air und Acme mehrmals in Filmproduktionen aufgetaucht, ohne eine tiefgründige Bedeutung zu haben.

Zigaretten stehen für das Böse

Wie Kuntz hinzufügt, hatten die Fake-Zigaretten ab 1998 nach dem Master Settlement Agreement ihren großen Durchbruch. In dem Abkommen wurde bestimmt, dass Tabakwaren nicht mehr in Filmen und Serien beworben werden durften.

Wie "Insider" betonte, werden Zigaretten heutzutage zudem oft mit BösewichtInnen in Verbindung gebracht, was natürlich keine reale Marke möchte. Große Konzerne wie Apple haben deshalb bereits eine Regelung, dass in Filmproduktionen keine SchurkInnen eines ihrer Produkte verwenden dürfen.

Marlboro als Inspiration

Betrachtet man Morleys genauer, wird man unweigerlich an Tabakwaren von Marlboro erinnert. Das scheint auch kein Zufall zu sein: Marlboros werden häufig als Marleys bezeichnet. Morleys wurde von Earl Hays Press entwickelt, die auf ihrer Website von Fake-Zigaretten bis hin zu Fake-Chips alles mögliche für Filmproduktionen anbieten. 

So wurde aus Morley ein wiederkehrender Insider in der Filmindustrie – genauso wie der Wilhelm-Schrei oder Telefonnummern, die mit 555 beginnen. 

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