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12/04/2019

Nominierungen für den Österreichischen Filmpreis 2020

Am 30. Jänner werden zum zehnten Mal die Österreichischen Filmpreise verliehen.

von Oezguer Anil

In insgesamt 17 Kategorien werden  österreichische Filmschaffende ausgezeichnet und heimische Talente in den Vordergrund gerückt. Neben den üblichen Verdächtigen gab es auch einige Überraschungen bei der Bekanntgabe der Nominierten.

Starke Konkurrenz

In der Kategorie bester Spielfilm wurden wie erwartet die drei Favoriten nominiert. Mit Marie KreutzersDer Boden unter den Füßen“, Sudabeh MortezaisJoy“ und Jessica HausnersLittle Joe“ konkurrieren die großen Festivalhits des letzten Jahres um die von Valie Export kreierte Trophäe. Trotz starker Konkurrenz geht das englischsprachige Debüt von Jessica Hausner mit insgesamt zehn Nominierungen als Favoritin ins Rennen. Auch wenn Emily Beecham in Cannes mit dem Preis für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde, bekommt sie in der Kategorie beste weibliche Hauptrolle starke Konkurrenz durch Valerie Pachner. 2019 war das große Jahr der Welserin - mit „Der Boden unter den Füßen“ war sie als Workaholic im Berlinale Wettbewerb zu bewundern und in Terrence Malicks „A Hidden Life“ im Wettbewerb von Cannes.

Alt und Jung

In der Kategorie beste männliche Hauptrolle konkurriert der erst 15 jährige Valentin Hagg mit den Urgesteinen Georg Friedrich und Tobias Moretti. Hagg spielte den verträumten Nachkömmling einer altösterreichischen Zuckerbäckerdynastie in der Verfilmung von André Hellers Roman „Wie ich lernte bei mir selbst Kind zu sein“. Trotz der beachtlichen Leistung aller Nominierten hätte sich Newcomer Simon Frühwirth für seine Rolle in „Nevrland“ ebenfalls eine Nominierung verdient.

Neuerung

In der Jubiläumsausgabe des Filmpreises führte die Akademie des österreichischen Films eine neue Kategorie ein. In Zukunft wird auch ein Preis an den österreichischen Kinofilm mit den meisten Zusehern verliehen – ein klares Zeichen um das Kino als Aufführungsort zu stärken. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte der erste Preis in dieser neuen Kategorie an Andreas Schmieds Komödie „Love Machine“ gehen, die über 140 Tausend Zuseher ins Kino locken konnte.

Die Verleihung des Österreichischen Filmpreises findet am 30. Jänner 2020 in Grafenegg statt.

Hier die Nominierten im Überlick:

Bester Spielfilm:
Der Boden unter den Füßen
Joy
Little Joe

Bester Dokumentarfilm:
Erde
Gehört, gesehen – Ein Radiofilm

Inland

Die Bewegung eines nahen Berges

Beste weibliche Hauptrolle:
Joy Anwulika Alphonsus (Joy)
Emily Beecham (Little Joe)
Valerie Pachner (Der Boden unter den Füßen)

Beste männliche Hauptrolle:
Georg Friedrich (Kaviar)
Valentin Hagg (Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein)
Tobias Moretti (Gipsy Queen)

Beste weibliche Nebenrolle:
Gerti Drassl (Ein wilder Sommer – Die Wachausaga)
Kerry Fox (Little Joe)
Pia Hierzegger (Der Boden unter den Füßen)
Mavie Hörbiger (Der Boden unter den Füßen)

Beste männliche Nebenrolle:
Josef Hader (Nevrland)
Wolfgang Hübsch (Nevrland)
Heinz Trixner (Ein wilder Sommer – Die Wachausaga)

Beste Regie:
Jessica Hausner (Little Joe)
Marie Kreutzer (Der Boden unter den Füßen)
Sudabeh Mortezai (Joy)

Bestes Drehbuch:
Jessica Hausner, Geraldine Bajard (Little Joe)
Sudabeh Mortezai (Joy)
Hüseyin Tabak (Gipsy Queen)

Beste Kamera:
Martin Gschlacht (Little Joe)
Klemens Hufnagl (Joy)
Leena Koppe (Der Boden unter den Füßen)
Jo Molitoris (Nevrland)

Bestes Kostümbild:
Tanja Hausner (Little Joe)
Christine Ludwig (Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein)

Carola Pizzini (Joy)

Beste Maske:
Sam Dopona (Kaviar)
Helene Lang, Roman Braunhofer (Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein)
Heiko Schmidt (Little Joe)

Beste Musik:
Kyrre Kvam (Der Boden unter den Füßen)
Karwan Marouf (Kaviar)
Wolfgang Mitterer (Die Kinder der Toten)
Judit Varga (Gipsy Queen)

Bester Schnitt:
Gerd Berner (Nevrland)
Peter Brunner (To The Night)
Alarich Lenz (Nobadi)
Karina Ressler (Little Joe)

Bestes Szenenbild:
Conrad Moritz Reinhardt (Nevrland)
Katharina Wöppermann (Little Joe)

Beste Tongestaltung
Originalton: Pavel Cuzuioc, Simon Graf, Lenka Mikulová, Hjalti Bager-Jonathansson, Nora Czamler,
Andreas Hamza, Eva Hausberger; Sounddesign: Florian Kindlinger; Mischung: Alexander Koller (Erde)
Originalton: Gregor Kienel; Sounddesign: Thomas Pötz, Rudolf Gottsberger; Mischung: Thomas Pötz (Nevrland)
Originalton: William Edouard Franck; Sounddesign: Philipp Mosser, Reinhard Schweiger; Mischung: Bernhard Maisch (Nobadi)

 

In Jessica Hausners englischsprachigem Film löst eine zinnoberrote Blume seltsame Veränderungen im Leben einer Mutter aus.