"Rental Family": Beruht der Film auf einer wahren Geschichte?

Brendan Fraser sitzt neben japanischem Mann auf Steinbank im Garten
Wenn Brendan Fraser in diesem Film eine besondere japanische Dienstleistung erfüllt, drängt sich die Frage auf: Ist das real?

In seinem neuesten Film "Rental Family" verkörpert Brendan Fraser den US-Schauspieler Phillip Vanderploeg, der in Japan nach beruflicher Stabilität sucht. Sein Leben ändert sich, als er von einer Agentur angeheuert wird, die professionelle Statisten als Ersatz für Familienmitglieder oder Freunde vermittelt. Steckt hinter dieser Geschichte womöglich eine reale Erfahrung und hatte ein Darsteller in Japan tatsächlich ähnliche Erlebnisse gehabt? Darauf wollen wir euch nun eine Antwort geben.

Moralische Grauzone bei Leihfamilien-Service in Japan

Zwar ist die in "Rental Family" erzählte Geschichte rund um Brendan Frasers Figur eine freie Erfindung, doch die Story beruht auf einem wahren Kern. Das Phänomen des Leihfamilienservice ist nämlich in Japan ein gängiges Geschäftsmodell: Dort gibt es solche "Stand-in"-Agenturen bereits seit den 1990er-Jahren. Für Fraser liegt der Reiz des Films in der moralischen Grauzone dieser Dienstleistung, wie er in einem Interview mit "Radiotimes" verriet. Er hinterfragt die Grenze zwischen Fiktion und Realität: "Die Ethik hinter dieser ganzen Vorstellung abzuwägen, ist eine knifflige Sache, nicht wahr? Weil man helfen könnte oder aber Schaden anrichten könnte. Genau dort ist der Film angesiedelt. Verwischt er die Grenze zur Fantasie? Oder ist der große Glaube die Realität und die verschwommene Region dazwischen?"

Regisseurin durch US-Erfahrungen inspiriert

Regisseurin und Autorin Hikari nutzt die Geschichte, um die Verbindung zwischen Fremden zu thematisieren. Phillip fungiert dabei als "Fisch auf dem Trockenen", eine Erfahrung, die Hikari an ihre eigene Zeit als Japanerin in Amerika erinnert, wie sie ebenfalls in dem genannten "Radiotimes"-Interview ausführte: "Ich wollte unbedingt eine Geschichte machen oder schreiben über die Verbindung zwischen Menschen, die einander völlig fremd sind und erproben, wie das aussieht." Trotz kultureller Barrieren plädiert sie für emotionale Offenheit: "Nach meiner Erfahrung gibt es, auch wenn man die einzige Person ist, auch wenn man aus einer anderen Kultur kommt, eine Verbindung, die man herstellt; man muss nur offen dafür sein."

Kürzlich hat sich auch der österreichische Regisseur Bernhard Wenger von dieser japanischen Praxis zu seinem preisgekrönten Debütfilm  "Pfau – Bin ich echt?" anregen lassen und von einem Mann (Albrecht Schuch) erzählt, den man über eine Agentur namens "My Companion" anheuern kann, damit er täuschend echt in verschiedene Rollen schlüpft.

"Rental Family" ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!