© HBO

News
05/21/2019

Westworld: Erster Trailer lässt völlig neue Richtung erwarten

"Breaking Bad"-Darsteller Aaron Paul spielt offenbar eine zentrale Rolle in der nicht nur visuell neuen Phase der Si-Fi-Serie.

Nach dem Finale von "Game of Thrones" sorgt der US-Sender HBO mit dem ersten Trailer zur dritten Staffel seiner Si-Fi-Mystery-Serie "Westworld" für eine Überraschung. Denn was wir hier zu sehen bekommen, hat – von Evan Rachel Wood als Dolores abgesehen – fast gar nichts damit zu tun, was wir bisher in "Westworld" gesehen haben.

Das finden wir sehr gut! Denn die zweite Staffel hatte sich zu einem anstrengenden Verwirrspiel entwickelt. Mit der neuen Staffel beginnt nicht nur visuell eine neue Phase, denn der aus "Breaking Bad" bekannten Schauspieler Aaron Paul übernimmt eine zentrale Rolle. Aber seht selbst. Hier ist der erste Trailer:

 

Urbaner Cyberpunk statt rustikaler Western-Style

Der Charakter, den Aaron Paul spielt, wirkt frustriert. Künstliche Intelligenz, Roboter und sonstige Technologien haben die Welt nicht zum versprochenen Paradies gemacht und auch die Härten des Lebens nicht gemildert. Pauls Charakter scheint seinen Lebensunterhalt durch kriminelle Aktivitäten aufbessern zu müssen. Zudem scheint er einsam und ziellos zu sein. Am Ende des Trailers trifft er auf Dolores – oder einen Host, der wie Dolores aussieht.

Ein Easter Egg im Trailer lässt vermuten, dass Mystery ein zentrales Element von "Westworld" bleiben wird: Am Ende als Paul in einem Durchgang auf die offenbar angeschlagene Dolores trifft, ist an der Wand ein Graffiti zu sehen (im Bild oben: links), das stark an "Das Labyrinth" ("Maze") erinnert. Dieses Symbol spielt in den ersten beiden Staffeln eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung eines Bewusstseins der Roboter. Doch wie kommt dieses Symbol in die reale Welt? Oder ist auch diese Welt nicht real?

Wir hoffen aber, dass es die reale Welt ist und der verwirrende Erzählstil etwas zurückgefahren wird!

 

Serien-Review: Westworld, Staffel 2, Episode 3

Was zuletzt geschah

Die Handlung der ersten beiden Staffeln fand ausschließlich in "Westworld" statt, einem Hightech-Vergnügungspark im Stil des Wilden Westens. Dort rebellierten einige Roboter, die aus mysteriösen Gründen ein Bewusstsein entwickelt hatten, gegen ihre menschlichen "Unterdrücker". Die komplexe Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt, die wir für die erste Staffel hier erklärt haben:

 

Diese durchaus kunstvoll erzählte Geschichte ist jedoch in der zweiten Staffel zu einem anstrengenden Verwirrspiel ausgeartet. Die Serien-Schöpfer waren offenbar mehr darauf aus, die kleine, aber lebhafte Fan-Community in die Irre zu führen als eine für den Zuseher spannende Geschichte zu erzählen. Ohne Entschlüsselung der verwirrenden Zeitebenen durch die Reddit-Community wurde es immer schwieriger der Handlung zu folgen.

Am Ende der zweiten Staffel war unser Interesse an der visuell großartig umgesetzten Serie schon ziemlich gesunken. Wir haben daher auch bezweifelt, dass HBO mit "Westworld" einen ähnlichen Erfolg wie mit "Game of Thrones" landen wird:

 

Doch dann wurden im Showdown die Weichen neu gestellt: Dolores entkommt (im Host-Körper von Charlotte/ Tessa Thompson) mit fünf Persönlichkeitskugeln in die Welt außerhalb des Parks. Eine dieser Künstlichen Intelligenzen ist Bernard (Jeffrey Wright). Wer die anderen vier sind, ist unklar. Ob wir Maeve (Thandie Newton) wiedersehen werden, ist völlig ungewiss. Sie und ihre Gang wurden deaktiviert, auch wenn die Hintertür für ihre Reaktivierung offenbleibt.

Nach dem interessanten Trailer müssen wir zugeben: Bei Staffel drei sind wir (doch) wieder dabei!

Die dritte Staffel von "Westworld" wird 2020 erscheinen, vermutlich in der ersten Jahreshälfte.