Nói Albinói

 Island/D/GB/DK 2002

Nói Albinói

Drama 06.02.2004 95 min.
7.40
Nói Albinói

Nói, ein eigensinniger Außenseiter, von dem niemand weiß, ob er nun zurückgeblieben oder genial ist, lebt mit seiner Großmutter in einer kleinen isländischen Stadt.

Nói, ein eigensinniger Außenseiter, lebt mit seiner Großmutter in einem abgelegenen Städtchen an einem Fjord im äußersten Norden Islands. Nói lässt sich vom Leben treiben, unbeeindruckt von der Schule oder den übrigen Dorfbewohnern. Umschlossen von hohen Bergen und im Winter monatelang eingeschneit, stellt dieser überschaubare Ort eine zu kleine Welt dar, als dass es Nòi gelingen könnte, sich in die soziale Gemeinschaft einzufügen. Gemeinsam mit Iris, dem Mädchen von der Tankstelle, träumt er davon, dieser Welt zu entkommen, an deren Beschränktheiten er immerzu scheitert. Der Direktor verweist ihn der Schule, die Feuerwehr hat keine Verwendung für seine Arbeitskraft, in seinem Job als Totengräber verzweifelt er an der tiefgefrorenen Erde. Erst als eine Katastrophe den Miniaturkosmos in seinen Grundfesten erschüttert, ergibt sich für Nói die Gelegenheit auf ein neues, besseres Leben. Es ist eine Untersuchung des Stillstands, zugleich eine von dessen Überwindung, die Kari mit lakonischem, an Kaurismäki gemahnendem Humor durchführt: Die Sensationen ergeben sich dann fast wie von selbst, etwa wenn beim familiären Blutwurstanfertigen Nói der Blutkübel aus den Händen gleitet. Oder wenn ein Banküberfallsversuch damit endet, dass er vom Filialleiter mit einem Fußtritt auf die Straße befördert wird. Das Schöne an Nói Albinoi ist, dass solche Pointen in das stimmige Porträt eines Jugendlichen eingebettet sind und der Film auch in scheinbar nebensächlichen Momenten konzentriert bleibt: Kari begegnet seinen Figuren mit Ambivalenz Nóis Vater, ein Alkoholiker, hat gewaltvolle und ganz zärtliche Auftritte. Der Natur ergeht es nicht anders: Sie ist einerseits eindrucksvolle Kulisse, die dem Film seine ausgewaschenen Farben verleiht, andererseits der Feind, den man nicht besiegen kann. Und nicht nur, weil der Albino Nói einmal als Wunderkind bezeichnet wird, ahnt man, dass sie auch in diesen Menschen selbst schläft. (Dominik Kamalzadeh)

Details

Tómas Lemarquis (Nói), Throstur Leo Gunnarsson (Kiddi Beikon), Anna Fridriksdóttir (Lina), Elin Hansdóttir (Iris), Petur Einarsson (Prestur), Greipur Gislason (Dabbi)
Dagur Kári
Slowblow
Rasmus Videbæk
Dagur Kári
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • starker film
    am besten man sieht ihn ohne vorher irgendwas von der geschichte gelesen zu haben. es dauert einige zeit bis man drinnen ist, die handlungssprünge kommen anfangs unerwartet und erfreuen später geradezu. es ist alles drinnen - von fast slapstickartigen szenen bis zu tieftraurigen sequenzen und der kontrast beisst sich nicht.

    schöner film