Paradise (2008)

 USA 2008
Independent, Avantgarde 82 min.
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«Ich bin begeistert von Paradise», schreibt der amerikanische Schriftsteller Jonathan Lethem, «einem Film, dessen dokumentarisches Auge stets umherschweift, während er zugleich von einer ungemeinen Zielstrebigkeit knapp unterhalb der Ebene des bewussten Vorstellungsvermögens geprägt ist.» Die Kunstfertigkeit, die Lethem beschreibt - eine Kombination von stiller Beobachtung, erzählerischer Komplexität und Wertschätzung der sinnlichen, materiellen Welt -, zeichnet Michael Almereydas Arbeiten der letzten zwanzig Jahre aus, seien es Spiel- oder Dokumentarfilme. Almereydas jüngster Film ist ein unglaublich schönes, überwältigendes Skizzenbuch, eine Sammlung von fragmentarischen Episoden, die im Zuge von Reisen über einen Zeitraum von zehn Jahren festgehalten wurden. Paradise ist eine Auslese von intimen Momenten, die mit Freunden und Fremden geteilt wurden, erzählt mit einem Sinn für das Mysteriöse, Verwunderung und verschlagenem Humor. Almereyda hat festgehalten, dass der Film im Lauf der Zeit «immer weniger ein Selbstporträt, sondern mehr und mehr ein panoramaartiges Gruppenporträt von Kindern und deren erwachsenen Gegenspielern, eine Beschreibung der Welt, die wir erben, in der wir uns herumtasten und in die wir hineinwachsen» wurde. Die Episoden wurden in etwa zwei Dutzend Städten in neun verschiedenen Ländern gedreht und sind verbunden durch - wie der Regisseur schreibt - «die Idee, dass das Leben aus flüchtigen, paradiesischen Momenten besteht, Momenten, die routinemäßig als selbstverständlich angesehen werden und doch stets verfliegen.» (Museum of Modern Art)

(Text: Viennale 2009)

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Michael Almereyda
Paul Miller
Michael Almereyda

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