Point Of Order

 USA 1963
Dokumentation 97 min.
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Vom April bis Mai 1954 untersuchte 36 Tage lang ein Ausschuss Vorwürfe von Senator Joseph McCarthy gegen die Armee und deren Gegenvorwürfe. Das amerikanische Fernsehen übertrug diese Hearings live: Vor 20 Millionen Zuschauern wurde McCarthy als Hexenjäger entlarvt. Aus den 188 Stunden Fernsehaufzeichnung haben Emile de Antonio und Daniel Talbot ein 90-minütiges Drama montiert, dessen Künstlichkeit immer sichtbar bleibt: Auch wenn der Redefluss ganz natürlich wirkt, wechselt von Schnitt zu Schnitt schon mal McCarthys Krawatte. (17. Internationales Dokumentarfilmfestival München) Im Jahr 1964 bearbeiteten Emile de Antonio und der Kunstfilm-Impresario Daniel Talbot die Videoaufzeichnungen der Army-McCarthy-Hearings von 1954 und kürzten sechs Wochen von Zeugenaussagen auf den 97-minütigen Film Point of Order zusammen. Der Film beginnt ziemlich seltsam, wird dann dramatischer und dramatischer, konfrontativer und wilder, und endet in völliger Demenz: McCarthy, allein in einem Senat-Sitzungssaal, wettert über Kommunisten in der Regierung, während alle anderen aus Protest den Saal verlassen. McCarthys Verfall begann im Frühjahr 1954. Im März hatte ihn Senator Ralph Flanders aus Vermont im Plenarsaal denunziert; Edward R. Murrow hatte ihn auf CBS kritisch porträtiert, und seine Behauptungen über eine kommunistische Unterwanderung wurden immer irrer. Es gäbe, so beteuerte er, Subversive im Außenministerium, im CIA und in den kerntechnischen Anlagen; es gäbe überall Subversive, und das Land liefe Gefahr, kommunistisch unterwandert zu werden. Der unmittelbare Anlass der Hearings Anklagen und Gegenklagen gegen McCarthys Stabsmitglied, G. Dave Schine, der zur Army einberufen wurde scheint heute bizarr irrelevant. Doch G. David Schine war nur eine Schachfigur in einem äußerst ernsten Spiel: McCarthys Komitee begann gegen die Festung der Ehrbarkeit, die US-Army, zu ermitteln. Nach den Hearings war McCarthy erledigt: Der Senat verdammte seine Taktiken im darauf folgenden Herbst mit 67 zu 22 Stimmen; Joseph McCarthy starb drei Jahre später. (David Denby)

Details

Robert T. Stevens, John G. Adams, Joseph Welch, Senator Karl Mundt, Ray Jenkins, Senator Joseph McCarthy
Emile De Antonio

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