Policeman

 Israel 2011

Ha-shoter

Drama 105 min.
6.20
Policeman

Nadav Lapid lenkt die Aufmerksamkeit weg vom israelisch-palästinensischen Konflikt, um gekonnt die innere gesellschaftliche Kluft Israels anzusprechen.

Yaron ist ein Hashoter, ein Polizist. Allerdings kein gewöhnlicher, sondern Teil einer israelischen Antiterror-Einheit, die normalerweise im Einsatz gegen arabische Terroristen, Selbstmordattentäter und Staatsfeinde ist. Yaron und seine Kampfgenossen sind eine verschworene Machotruppe, lauter Freunde, die auch Familienleben und Freizeit teilen. Die Begegnung mit einer Gruppe linker Aktivisten, die eine neue soziale Ordnung im Land fordert, wird ihn allerdings mit dem israelischen Klassenkampf konfrontieren.

Details

Yiftach Klein/Yaara Pelzig/Michael Mushonov/Menashe Noi/Michael Aloni/Gal Hoyberger/Meital Berdah/Shaul Mizrahi
Nadav Lapid
Shai Goldman
Nadav Lapid

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Juden gegen Juden
    Der deutsche Titel beschönigt nicht nur die beschriebene Situation, sondern er ist auch schlichtweg einfach unzutreffend. Denn Yaron (Yiftach Klein), der Mann im Mittelpunkt der Handlung ist der Anführer einer Antiterroreinheit in Israel. In seiner Truppe ist der Teamgeist das absolute Nonplusultra. Es ist das altbekannte Motto ‘Einer für alle, alle für einen‘. Aber Regisseur Nadav Lapid legt auch Wert auf ganz persönliche, ja intime Details als Hintergrundinformation: Yaron massiert seine schwangere Frau ausgiebig und bandelt schon mal mit hübschen Kellnerinnen an.
    Auf der anderen Seite formiert sich eine linke israelische Terrorgruppe, die vorhat israelische Milliardäre auf einer Hochzeit zu kidnappen. Ihre Anführerin ist Shira (Yaara Pelzig), da der eigentliche Anführer ‘nicht frei ist für die Liebe‘. Shira hat Probleme in der Liebe, verkopft wie sie ist. Die Botschaft, die die Terroristen vor Fernsehkameras verlesen werden lautet ‘Arme sollen reich werden. Reiche sollen sterben.‘
    Oberflächlich betrachtet bietet der Film den Zuschauern die Möglichkeit, der Aktion der Ordnungsmacht zuzustimmen oder sich auf die Seite der Terroristen zu schlagen, falls man deren Forderungen für gerechtfertigt hält. Erst beim genaueren Hinschauen bemerkt man den Dilettantismus der Linken und die professionelle, emotionslose Erledigung eines Jobs durch Yarons Truppe. Auf ihrer Seite steht wohl auch Nadav Lapid. Bevor es dann zum erwarteten Angriff kommt, rechnet der Brautvater mit Shiras Jungs ab und zum Auffüllen des Spektrums gibt es noch ein Vater-Sohn Drama.
    Durchaus spannend erzählt, mit vielen ausschmückenden Beiwerken eröffnet der Film neue Fronten. Nicht schlecht.