Pollock

 USA 2000
Drama, Biografie 21.06.2002 122 min.
7.00
Pollock

Eine Künstlerlaufbahn zwischen Alkohol, Liebe, Selbstzweifel und Erfolg

POLLOCK ist die beeindruckende filmische Umsetzung der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Künstlerbiografie "Jackson Pollock: An American Saga" von Steven Naifeh und Gregor White Smith.

Ed Harris, der hier sowohl als Produzent, erstmalig als Regisseur sowie als Hauptdarsteller auftritt, ist es gelungen, ein eindringliches und fesselndes Portrait des ersten amerikanischen Starkünstlers auf die Leinwand zu bannen. Er wurde hierfür im Jahre 2001 mit einer Oscar-Nominierung als "Bester männlicher Darsteller" belohnt und die an seiner Seite brillierende Marcia Gay Harden gewann den Oscar für die "Beste weibliche Nebenrolle".

POLLOCK ist eine einfühlsame Darstellung des Künstlertums im New York der 40er und 50er Jahre, als noch Genies wie Picasso und Matisse die internationale Kunstwelt beherrschten. Jackson Pollock (1912-1956) war der erste amerikanische Künstler der Nachkriegsjahre, der auch in Europa Anerkennung fand.Inhalt
New York, 1941. Der Maler Jackson Pollock lebt zusammen mit seinem Bruder Sande (Robert Knott) und dessen Familie in einer engen Wohnung in Greenvich Village. Sein Alkoholismus sorgt immer wieder für Konflikte. Alles ändert sich, als ihn die Kollegin Lee Krasner (Marcia Gay Harden) aufsucht mit der Begründung, er sei der einzige abstrakte Expressionist in New York, den sie noch nicht kennen gelernt habe. Zwei Monate später ziehen sie zusammen, und Krasner stellt nach und nach ihre eigene künstlerische Arbeit zurück, um sich ganz der Karriere Pollocks zu widmen. Nach ersten Erfolgen bei der Kritik nimmt ihn die Kunstsammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim (Amy Madigan) unter Vertrag. Krasner und Pollock heiraten und ziehen in ein Bauernhaus in East Hampton. Hier, in Abgeschiedenheit und freier Natur, vollzieht sich jener stilistische Durchbruch des Malers, der die moderne Kunst umwälzen sollte. Doch seine Ehe bleibt ein Balanceakt zwischen Alkoholexzessen, Selbstzweifeln, Depressionen und künstlerischen Erfolgen. Als Krasner sich weigert, ein Kind von ihm zu bekommen, fängt er wieder an zu trinken.
ab 14 Jahren

Details

Ed Harris, Marcia Gay Harden, Tom Bower, Jennifer Connelly, Bud Cort u.a.
Ed Harris
Jeff Beal
Lisa Rinzler
Ed Harris nach Gregory Neifeh und Steven Whitesmith
Cutting Edge Entertainment Inc.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • yep ... passt
    Wenn ein begnadeter Schauspieler sich erdreistet auch mal Regie zu führen wirds immer sehr spannend und ED HARRIS erste Arbeit POLLOCK ist auch gleich ein Volltreffer! POLLOCK basiert auf der Biografie "Jackson Pollock: An American Saga" und erzählt sehr behutsam die extreme Geschichte des interessanten US-Künstlers (1912-1956) der nicht nur mit seinem eigenen Leben, sondern auch mit dem seiner Partnerin (Marcia Gay Harden) und dem fremder Leute unverantwortungsvoll umgegangen ist. Alle Schauspieler leisten feines bis zum bitteren, und - Ed Harris sei Dank - ehrlichen Ende. Harris ist auch hinter der Kamera ein wirklich guter Mann (und davor sowieso!).

  • naja nicht schlecht aber fade
    Pollock





    Der Typ ist ein richtiger Chaot. Er ist Alkoholabhängig, wird früh geboren, und ist ein Maler. Seine Berufung ist sein Hobby, und er lebt in Amerika. Er lebt unter Depressionen, hat sehr viele davon. LEE KRASNER ( Marcia Gay Hayden hat dafür 2001 einen Oscar bekommen ) spielt JACKSON POLLOCK´s Freundin ( Ed Harris, ist hier für den Oscar nominiert worden ). Ähnlich ¿ The Doors ¿, ¿ Besser geht¿s nicht ¿, oder ein paar Tröpfchen
    ¿ Mein Mann Picasso ¿ geht der Film 116 Min. lange, und erzählt die Lebensgeschichte des begnadeten Malers, zumindestens für einige war er es. Eine Freundin von ihm RUTH KLINGMAN ( Jennifer Connelly ), passt schon alleine vom Gesicht her in die 50 er Jahre. Manche Leute sind einfach für die alte Zeit geschaffen.
    WILLEM DEKOONING ( Val Kilmer ) spielt seinen Freund. TONY SMITH ( John Heard ) seinen Mentor.
    Der Film beginnt 1950 als JACKSON am Höhepunkt seiner Malkarriere ist. Er ist noch nicht vom Alzheimergeist besiegt worden und so kann er sich erinnern wie es vor irre langer Zeit, so um 1940 gewesen ist, als er angefangen hat, mit wichtigen Dingen, Malen, Frauen und Liebe. Im Life Magazin war mal ein Bericht das er der größte lebende Maler von ganz Amerika ist, weil er sehr gute Bilder malt, die damals noch keiner malte.
    Es war 1941 oder so, da hat der POLLOCK einen Bruder gehabt, der heißt SANDE, ein ziemlich bescheuerter Name, klingt wie Sandburg, jedenfalls, dessen Frau war schwanger, und alle leben in einer Bruchbude in Greenwich Village. Sein Leben verläuft ziemlich gewöhnlich. Bis die Malerin LEE KRASNER auftaucht, und meine er sei ein wichtiger Mann, denn er ist ein Abstrakter Maler, und ist der einzige in New York den sie noch nicht kennt. POLLOCK kritzelt so Farbkleckse hin, die ausschauen wie Affenhirnkotze einer schwangeren Zuchtkakerlake, aber den Leuten dürfte der Käse wohl gefallen. Er Zeichnet so wie ne Mischung aus LSD Dali, und Heroin Picasso, und hat die Bilder zu Hause stehen. Abstrakt also. LEE verliebt sich in POLLOCK. Den Film sieht man meistens in langen Blenden, da wird mit Tagen Monaten und Jahren nur so herumgeworfen wie beim Poker Turnier in Amerika. LEE ermuntert ihn immer wieder zu malen, und versucht seine Alkoholexzesse in den Griff zu kriegen, sie sind schrecklich. Keiner mag ihn deswegen. LEE vernachlässigt sogar Ihre Malarbeit, da sie an POLLOCK glaubt. Sie stellt ihn allen Ihren Freunden vor. Irgendwann kommt POLLOCKS Freund
    RUBEN KADISH vorbei, der im Schlepptau, beide waren mal auf der Schule, der einen Malertalentsucher im Schlepptau hat, HOWARD PUTZEL. Der arbeitet für die ganz berühmte Galeristin PEGGY GUGGENHEIM so ein alter Schachteltrampel die irre von sich überzeugt ist. Sie ist begeistert und engagiert ihn für sie was zu malen. Sein Freund CLEMENT GREENBERG und sein anderer Bekannter WILLEM , und noch dazu der Architekt TONY SMITH, versuchen ihn alle ergebnislos zu entalkoholisieren. Erst später als er LEE heiratet, da sie will, und er ins Kaff East Hampton in Springs zieht, ändert sich einiges, das war so gegen 1943, und er hört sogar auf zu trinken. Kind will er eines, LEE keines, alle haben kein Geld, keiner kauft seine Bilder. Erst durch Zufall kommt er einer neuen Maltechnik auf die Spur. So Pinselschwingend, läßt er die Farbe einfach auf die Leinwand tropfen, das sieht aus wenn einer gerade verblutet, nur künstlerischer und die Technik heißt Drip Painting. Keiner kannte das bis dato. PEGGY ist begeistert, und nachdem sie sich durchvögeln hat lassen, oder zumindestens fast, sponsert sie ihn, und das Time Life Magazin kommt auf ihn. Von jetzt an, 1948 oder so, geht es nur bergauf mit ihm. Bis er wieder zu trinken beginnt, aber das seht euch besser 116 Min. im Kino an.
    Irgendwie ist der Film ja nett, Ed Harris spielt den Typen mehr als fantastisch, er ist einfach wie geschaffen für die Rolle, nicht nur die Liebe die er ausstrahlt

    Re: naja nicht schlecht aber fade
    Irgendwie ist der Film ja nett, Ed Harris spielt den Typen mehr als fantastisch, er ist einfach wie geschaffen für die Rolle, nicht nur die Liebe die er ausstrahlt, auch das lethargisch ruhige Machogehabe, voll mit Sauf und Lall im Kehlkopf, einfach super. Lee paßt auch sehr gut, und alle anderen auch. Nur der Film hat viele lange Blenden, Jahre vergehen sehr schnell, leider, und so gesehen ist der Film auch fade, weil er nur einige Momente zeigt, und das ganze ist ungefähr so trist wie ¿ Leaving las Vegas ¿.Irgendwie schon ein Scheißkerl der Alkohol. Etwas künstlerisch ist der Film, mehr so ein advangartistischer Tintenkleckserfilm für Lallopsychopathen und Epileptikchauvinisten. Naja nicht mein Fall, eher fad, aber sehr gut gespielt.

    65 von 100

    Re: naja nicht schlecht aber fade
    Irgendwie ist der Film ja nett, Ed Harris spielt den Typen mehr als fantastisch, er ist einfach wie geschaffen für die Rolle, nicht nur die Liebe die er ausstrahlt, auch das lethargisch ruhige Machogehabe, voll mit Sauf und Lall im Kehlkopf, einfach super. Lee paßt auch sehr gut, und alle anderen auch. Nur der Film hat viele lange Blenden, Jahre vergehen sehr schnell, leider, und so gesehen ist der Film auch fade, weil er nur einige Momente zeigt, und das ganze ist ungefähr so trist wie ¿ Leaving las Vegas ¿.Irgendwie schon ein Scheißkerl der Alkohol. Etwas künstlerisch ist der Film, mehr so ein advangartistischer Tintenkleckserfilm für Lallopsychopathen und Epileptikchauvinisten. Naja nicht mein Fall, eher fad, aber sehr gut gespielt.

    65 von 100

  • Collage eines Lebens
    Jackson Pollock war einer der wichtigsten amerikanischen Maler des 20. Jahrhunderts. Sein späterer Stil ist gekennzeichnet durch die Art und Weise wie er die Leinwand auf den Boden legt und sie gezielt mit Farbspritzern beklatscht. Er wurde für dieses scheinbar wahllose Verfahren oft kritisiert, aber seine Werke sind lebendig und aufregend anzusehen. "Pollock", das Künstlerporträt von Ed Harris, fängt an mit einem betrunkenen Pollock, der stolpernd "Fuck Picasso!" durch das Haus schreit. Er war ein starker Trinker, vielleicht weil er von der Realität entkommen wollte, vielleicht hatte er aber auch einen unglaublichen Selbstzerstörungsdrang. Der Film zeigt nicht mit dem Finger, er sucht keine Schuldigen oder Erklärungen. Was wir sehen, ist das Gesicht von Ed Harris als Pollock, immer und immer wieder. Mit der Zeit leben wir in seiner Gefühlswelt und das Ergebnis ist bedrückend.

    Ed Harris investierte zehn Jahre seines Lebens in dieses Projekt und führte schlussendlich auch die Regie. Man merkt, dass es nicht allein die physiche Ähnlichkeit mit Pollock war, die Harris dazu führte ihn zu spielen. Es müssen tiefere, persönliche Erlebnisse sein, die die Biographie der Beiden verbindet. Harris deutete dies an, doch klärte es nicht auf. Nicht sein Ego steht hier im Mittelpunkt, sondern die komplizierte Person Jackson Pollock. Dies resultiert in einem differenzierten Spiel, das Harris eine Oscar Nominierung einbrachte. Marcia Gay Harden, die Pollock's Frau Lee Krasner spielt, erhielt die Auszeichnung 2001 für die Nebenrolle. Sie spielt, wie eigentlich alle Beteiligten, phänomenal. Jennifer Connelly, Val Kilmer sowie John Hurt tauchen in Nebenrolle für kurze Zeit auf und verschwinden genauso schnell wieder. Sie spürten sicherlich die Bedeutung dieses Werkes für Ed Harris. Er kämpfte jahrelang um die Rechte für das Drehbuch, um die Finanzierung und die Realisierung. Und trotzdem konnte er nicht alle Aufnahmen in den Film bekommen, die er wollte. Vielleicht konnte sich Harris auch deswegen von so wenigen Szenen wirklich trennen. Man hat oft das Gefühl, der Film wiederholt sich und bleibt unnötig lange auf Einstellungen kleben.

    Auf der anderen Seite ergibt sich aus diesen Montagen eine unglaubliche Intimität. Im Grunde war Pollock wie ein Kind, er lebte nie alleine und wenn er es tat, war er ständig besoffen. Seine Frau Lee Krasner musste sich oft um ihn kümmern, ihn in Künstlerkreise einführen, Interviews für ihn machen, ihn vom Alkohol retten. Pollock war gesellschaftsscheu, doch sehnte sich gleichzeitig nach künstlerischer Anerkennung. Als er dann den Ruhm hatte, reichte auch das bald nicht mehr und er trank sich sinnbildlich in den Tod. Es gibt glückliche Momente in diesem Film, doch eigentlich kommt er immer wieder auf den Kampf der beiden Ehepartner zurück, die so stark voneinander abhängig sind. Dass Pollock unfähig ist Liebe zu geben, macht die Situation für Lee nicht leichter. Seine Arbeit stand immer an erster Stelle.

    Die Szenen in denen Pollock malt, sind atemberaubend. Die Musik verflechtet sich mit den Farben zu einem neuem Kunstwerk. Die Begeisterung und Dynamik Pollocks reist den Zuschauer immer wieder mit, seine Exzesse stoßen wieder ab. Es ist ein ständiges Auf und Ab, so wie sein Leben. Das macht "Pollock" zu keinem leichten Film. Es gibt hier zwar Ideen und Diskussionen über Kunst, aber laut Harris sollte der Film nicht zu einem historischen Dokument werden. Stattdessen ist es eine emotionale Reise für die Charaktere wie auch für den Regisseur. Auf diese Reise mitzukommen, mag nicht jedermanns Sache sein, doch der aufmerksame Zuschauer wird mit einem wertvollen Film belohnt.

    2002 - Markus Rauchenwald
    www.linea7.com