Ramsau am Dachstein

1976

Dokumentation

Min.60

Vielgeliebtes Österreich / 21.05.1976 Eine Produktion des ORF hergestellt von Epo-Film/Graz Ramsau am Dachstein war der fünfte Beitrag der Reihe Vielgeliebtes Österreich, in dessen Rahmen der ORF 1975 bis 1977 insgesamt 14 einstündige Porträts österreichischer Regionen vorstellte. Die Idee ging u.a. auf den Schriftsteller und ÖVP-Kulturpolitiker Jörg Mauthe zurück, der von 1967 bis 1974 als Kulturredakteur für den ORF tätig gewesen war. Das Konzept der Reihe war es, österreichische Schriftsteller und Schriftstellerinnen einzuladen, ein Gebiet und die Besonderheiten, die es auszeichneten, vorzustellen. Diese Vorgabe wird von Elfriede Jelinek weitgehend pervertiert. Ihr Essay Ramsau am Dachstein zeigt eine exemplarische «schöne Landschaft» – und ist deren Dekonstruktion. Die Hochglanzbilder der Ramsau – aufgenommen an einem strahlenden Wintertag – werden von mehreren Erzählungen durchkreuzt: Der von Elisabeth Orths sachlicher, kompetenter Stimme gesprochene Off-Kommentar erläutert vielfach Faktisches und Historisches zu Themen wie Tourismus, Protestantismus usw.; eine Magd fördert Erinnerungen aus ihrer Landarbeiterinnenexistenz zutage. Die dritte Ebene des Gesprochenen ist Elfriede Jelinek selbst vorbehalten. Sie steht in leeren Räumen – zunächst außen, später vermehrt innen – und spricht ihren Text, der nicht nur eine differenzierte Analyse der Landschaft, der Menschen, der Geschichte sowie des Gesehenen und Gehörten bietet; Ramsau am Dachstein zeigt exemplarische Schönheit und Natürlichkeit – und ist eine detaillierte Dekonstruktion des universellen Mythos der Natur. (ssz)

(Text: Viennale 2005)

  • Kamera:Lászlo Nemeth, Harald Mittermüller

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