Ravioli

 Österreich 2002
Kabarettfilm 17.01.2003 
film.at poster

Alfred Dorfer als moderner Jedermann, der vom Tod, dem Geist der 70er Jahre ua. Besuch erhält

Alfred Dorfer und Regisseur Peter Payer haben mit RAVIOLI einen ebenso eigenwilligen wie faszinierenden Film geschaffen, der auf Elementen aus Alfred Dorfers jüngstem Bühnenstück "heim.at" beruht. RAVIOLI erzählt die Geschichte von Heinz Hoschek, der nach dem Tod der Mutter, dem Ende seiner Ehe und dem Verlust des Jobs zurückkehrt in die leerstehende elterliche Wohnung. Dort lässt er sein Leben Revue passieren, erinnert sich an glücklichere Tage, unterstützt durch Alkohol und Valium. Doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte . . .
Erzählt wird mittels ungewöhnlicher Bildsprache und mutiger Montagetechnik, die gekonnt Balance hält zwischen Tragik und Komik, Surrealem und beinah Dokumentarischem, trockenem Witz und gekonnter Milieuschilderung. So wird RAVIOLI zum Psychogramm eines Menschen, der sich an der hohen Kunst des Scheiterns versucht.

Details

Alfred Dorfer, Gertraud Jesserer, Nicholas Ofczarek, Günther Paal, Branko Samarovski uva.
Peter Payer
Lothar Scherpe / Peter Herrmann
Thomas Prodinger
Alfred Dorfer
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Kritiken

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User Kritiken

  • Endlich ein Film, der zeigt, wie es ist
    Ich find den Film super, weil er endlich einmal zeigt, wie es wirklich ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen in Wien einsame, lange und langweilige Tage ziemlich am Rande des Existenzminimums verbringen. Und es sind nicht immer "die anderen", die uns nichts angehen. Das alles nicht voyeuristisch vorgeführt, sondern mit hintergründigem Humor und darstellerischer Klasse. Dorfer/Payer ist es gelungen, einen Film zu machen, den man nicht zwei Stunden später wieder vergisst. Eines aber stimmt: Man muss sich auf den Film einlassen (wollen)...

  • Kritik ist wunderbar - aber macht es erst mal besser!
    Was ich so lese, wird bemängelt das dies kein hochglänzder Hollywood-Schinken ist, der viel Geld gekostet hat.
    Ich finde diesen Film, getragen von Dorfer sehr mutig!
    Erstens einmal hat der Film nicht viel gekostet (wem das stört hätte ja Geld zuschiessen können!), zweitens dreht sich alles nicht wie sonst um die Schönen, Reichen, Prominenten sondern um einen österreichischen Verlierer, der nicht bei Seitenblicke herumgrundelt (obwohl er das erträumt!) und der nicht durch Seilschaften, Protektion und Unfähigkeit auf einen Posten gehievt wird, für den er die Mörder-Cash bekommt und genauso unfähig ist.
    Dieser Film zeigt die Schattenseiten des österreichischen Way of Life und DAS wollt ihr alle nicht sehen...und dadurch darf der Film nicht sein - ist es nicht so?

  • Ravioli
    Wozu dieser Film?
    Ich kann nicht ein paar pseudofilosofische Gedanken aneinander reihen, die Kamera draufhalten und glauben, das reicht für einen Film. Leider ein sehr selbstverliebtes Produkt von Dorfer. Ich frage mich, warum der Regisseur da nicht eingegriffen hat. Es gibt nicht von ungefähr einige Gesetzmäßigkeiten, warum eine Geschichte funktioniert oder nicht. Schlage nach bei den alten Griechen...

  • einem dorfer nicht würdig
    ich bin ein echter fan des österreichischen films und auch alfred dorfer genießt meine vollste bewunderung. doch dieser film ist eine schande für beide. bei solch schwacher qualität der heimischen filme, muss man sich dann nicht ständig über die mäßigen fördermitteln beschweren.
    einer der schlechtesten filme, die ich in den letzten jahren gesehen habe. ein paar pseudointellektuelle sprüche machen noch keinen film. einzig positives: er dauert nur ca. eine stunde, somit ist die qual- die dem kinopublikum ins gesicht geschrieben stand- wenigstens rasch vorbei.

    Re: einem dorfer nicht würdig
    "bei solch schwacher qualität der heimischen filme, muss man sich dann nicht ständig über die mäßigen fördermitteln beschweren."

    Nur so ne Frage, warum glaubst du denn sind die österr. Filme so schwach ???

    Klar kann man mit mini Budget's (für die man in Deutschland wahrscheinlich nicht mal ne Alarm für Kobra 11 Folge drehen würde) auch unterhaltsame Filme machen aber die Einschränkungen sind einfach zu gewaltig. Da braucht man sich dann nicht wundern wenn die wenigen vielversprechenden Leute wie zb. Stefan Ruzowitzky lieber nach Deutschland ausweichen und dort kostspielige B-Movie's drehen.

    Re: Re: einem dorfer nicht würdig
    Klar sind solche Filme möglich, das hab ich nie bestritten - es geht aber darum, das die meisten es nun mal nicht sind.

    Die wirklich guten, billigen Filme im Preislevel von Österreich sind weltweit gesehen extrem selten, fast inexistent - Die Wahrscheinlichkeit, das ausgerechnet in Österreich, mit einem Budget von 1 Mio oder weniger ein Film gedreht wird der auch nur annähernd den Erfolg von "Blair Witch Project 1" oder "Ganz oder gar nicht" hat ist gleich 0.
    Das sind nunmal Ausnahme Fälle eines low Budget Genre's das seit langem ausgelaugt ist - Ausnahmefälle die aber auch eine gewisse filmische Basis vorraussetzen.
    Nachdem es diese Basis bei uns eher schlecht als recht gibt, ist das leider hinfällig - was wiederum auf die mangelnde Förderung für Filmschulen zurückgeht unsoweiter und so fort...

    Nebenbeigesagt zum Thema Prespecial FX: Die (guten)Filme, die -technisch gesehen - weniger kostspielig sind, gleichen das meist in Sachen Schauspieler, Regie, Kamera unsw... wieder aus, und werden dadurch wieder in der heutigen Relation gesehen teurer.

    Die Möglichkeit, seinen Gedanken freien lauf lassen, eine Möglichkeit die bei Kreativen Leistungen nun mal essentiell ist, ist nun mal bei uns nicht gegeben.
    Niemand möchte gerne Zeuge einer Entstellung seiner Phantasie sein !
    Österreichische Filme spielen sich daher auch in sehr kleinen (österreichischen) Dimensionen ab.

    ABER: Ausnahmen gibt es wie schon gesagt.
    Sieht man vom Kurzfilm Copyshop ab, bleiben diese in kleinen Dimensionen. Aber das reicht den Politikern als Ausrede um den österr. Film gut zureden und um die gemachten Fehler hochzuhjubeln.
    Dabei ist es nur ein Potential (nicht nur ein kreatives auch ein finanzielles), das vermutlich nicht so bald erschlossen werden wird.
    Mehr sag ich nicht zu dem Thema.

    Re: Re: einem dorfer nicht würdig
    Nur dann, wenn man über meine Aussage nicht nachdenkt.
    Es ist nur die Erklärung warum in Österreich nur wenige, oft schlechte oder mittelmässige Filme gedreht werden (klar gibts auch Ausnahmen wie Indien, Freispiel, Muttertag & Nordrand ... aber daneben gibts unzählige 08/15 Schwarzenberger, Schwabenitzky Komödien & fürchterliche TV Movies mit Hansi Hinterseer, Reinhard Fendrich unsw. en masse gedreht, die international gesehen uninteressant sind), und zugleich eine Erklärung die im Prinizip auf Fehler in der Filmförderung zurückzuführen ist.
    Zum Vergleich österreichisches Theater findet internationale Anerkennung - die Theaterförderung übersteigt die Filmföderung aber auch um ein vielfaches, Summen die nur teilweise durch Gewinne abgedeckt sind (Etwas das ich im Sinne der Unterhaltung Korrekt finde - wenn sich Unsummen für Abfangjäger ausgehen kann man statt dessen zb. etwas ähnliches wie beim Theater auch für den österr. Film machen !).

    Zudem: Versetz dich mal in die Rolle des österreichischen Drehbuchautors. Du willst etwas schreiben... du gehst davon aus das dieser Film in österreich produziert, d.h. also du rechnest mit nem low Budget von max. 1 bis 2mio Euro im sehr guten Fall. Was kannst du draus machen ? Drama und Komödie. Selbst da gibt es Einschränkungen, Specialeffekte brauch man sich gar nicht Überlegen unsw... Das schränkt die Phantasie gewaltig ein, (ver)läuft sich filmisch immer wieder in gleiche Richtungen und rentiert sich finanziell ausserdem nicht wirklich.
    [Ausserdem, wenn Hollywood von low Budget spricht dann sind das zumeist 5 Mio Dollar Produktionen - das wäre bei uns ein österreichischer Blockbuster].

    Kurz gesagt, man braucht sich nicht zu wundern wenn wenig gutes rauskommt.

    Re: Re: Re: einem dorfer nicht würdig
    Die Förderungen in Österreich für den Film sind unter jeder Kritik, daran muß dringendst etwas geändert werden - darüber braucht man nicht zu diskutieren.
    ABER: Nicht das Budget macht einen guten Film, sondern die Story!
    Klar - Qualität hat ihren Preis und ein gewisses Mindestlevel kostet auch was, dessen bin ich mir bewußt. Trotzdem glaube ich, daß man nicht alles auf ein geringes Budget schieben kann! Auch ohne aufwendige special effects kann ein Film gut sein! (Wie hätte man sonst gute Filme - Klassiker - in der prä-special effect Ära machen können?)
    Ist es nicht so, daß ein guter Film durch das Erzählte besticht?

    Re: Re: einem dorfer nicht würdig
    habe zwar den film noch nicht gesehen, aber ist deine erklährung eine rechtfertigung um schlechte filme zu drehen?

  • dorfer wir lieben dich!!
    der film ist jeden cent wert. ich habe schon lang nicht mehr so gelacht wie heute.