Reds

USA, 1981

Drama

Min.194

USA, 1914. Der Journalist John Reed engagiert sich für mehr soziale Gerechtigkeit. Als Augenzeuge der Oktoberrevolution kämpfte er in seiner Heimat dafür weiter und gründet die Kommunistische Partei. Schon bald muss er allerdings ernüchtert den Niedergang seiner Ideale erleben. Die Lebensgeschichte des amerikanischen Revolutionärs und Journalisten wurde zu Beattys persönlichem Triumph: zwölf Nominierungen, drei Oscars für dieses Epos, für ihn selbst der Oscar für die Beste Regie. Reds verbindet die Geschichte der kommunistischen Bewegung in den USA mit der melodramatischen Lovestory zwischen Reed und der schönen Louise Bryant. Auf einer zusätzlichen, dokumentarischen Ebene reflektiert der Film das Verhältnis von Fiktion und authentischer Erinnerung. Niemand mit der Intelligenz eines Warren Beatty oder einer so offenen Einstellung, so viele verschiedene Dinge zu tun, kann Reds verwirklichen, ohne sich über die politischen Konsequenzen, die der Film auf seine Karriere haben könnte, Gedanken zu machen. Doch Beatty nimmt den Film und zeigt ihn Amerikas Präsident Ronald Reagan, der meint, er wäre okay, aber er wünschte, der Film hätte ein besseres Ende. Reds würde als ein Film über Politik betrachtet werden, und sein Schöpfer für sein Interesse an Macht. Die Linke würde über die großzügige Darstellung ihrer Anschauungen gerührt sein. Aber die Linke existiert in Amerika so gut wie nicht. Es bestand natürlich viel mehr die Gefahr, dass die Hauptmacht des Landes über die unangemessene Sympathie für Kommunisten und ihre Interessen alarmiert sein würde. Der Film tut alles, was in seiner Macht steht, um diese Feindseligkeiten zu entschärfen. Er bringt klar und deutlich zum Ausdruck, dass eine Russische Revolution in Amerika nicht funktioniert, und zeigt ferner, dass die Revolution sich auch in Russland selbst verriet. Was bleibt, ist nichts Bedrohlicheres als die Vorstellung, dass Elend und Leiden vermieden werden sollten, dass Arbeiter faire Löhne und Repräsentation verdienen, dass Tyrannei widerwärtig und freie Liebe problematisch ist. (David Thomson)

  • Regie:Warren Beatty

  • Kamera:Vittorio Storaro

  • Autor:Warren Beatty, Trevor Griffiths

  • Musik:Dave Grusin, Stephen Sondheim

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