Rois et reine

2004

Tragikomödie

Eine epische, exzentrische und eindrucksvolle Tragikomödie, die vor Energie und Ideen aus allen Nähten platzt.

Min.150

Zwei Leben, zwei Geschichten: Nora möchte endlich einen passenden Mann zum Heiraten finden und versucht daher, ihren Sohn an ihren Ex Ismael loszuwerden, der durch einen Irrtum in einer psychiatrischen Klinik einsitzt. Noras und Ismaels Erlebnisse und Erfahrungen werden parallel erzählt, ihre Leben überkreuzen sich nur selten, obwohl sie sich in ähnlich festgefahrenen Situationen befinden: Ismael geht es in der Klinik ganz gut, auch wenn er sich nach der vermeintlichen Freiheit draußen sehnt, und Nora kann gerade damit nichts anfangen, weil sie sich in ihrer Realität gefangen fühlt. Wie Desplechin da gegensätzliche Emotionen unvermittelt aufeinander prallen lässt, wie er aus zunächst widersprüchlich anmutenden Wendungen ein stimmiges Ganzes webt, das erzeugt einen Reichtum an Texturen, wie man ihn abgesehen vielleicht von Arbeiten Martin Scorseses im Gegenwartskino sonst nirgendwo findet: Von Emanuelle Devos und Mathieu Amalric, den Hauptdarstellern, scheinen schrittweise Schichten freigelegt zu werden, die sie in sich selbst nicht geahnt haben, während sie den Schauspiel-Ikonen Maurice Garrel und Catherine Deneuve trotzen. Rois et reine ist ein Film über die Unsicherheit, aber einer, der kopfüber, fast blindlings, nicht aufs Ersticken, sondern auf die absolute Freiheit zurennt. (Christoph Huber)

(Text: Viennale 2004)

  • Regie:Arnaud Desplechin

  • Kamera:Eric Gautier

  • Autor:Arnaud Desplechin, Roger Bohbot

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